Review: Agony PlayStation 4 Version

   Freitag, 6. Juli 2018   ,
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November 2016 startete das Team von Madmind Studios ein Kickstarter Projekt, welches ein neues Survival-Horror Game hervorbringen sollte. Nach etwas mehr als eineinhalb Jahren wurde Agony nun veröffentlicht. Doch leider gehen bei dem vielversprechenden Titel die Meinungen weit auseinander. Auch wir durften in die tiefen der Hölle abtauchen. Wie es uns dabei ergangen ist, erfahrt ihr hier!

Das Spiel erschien nach zwei Monaten Verspätung am 29. Mai für die PlayStation 4, XBox One und den PC. Mit Agony wollten Madmind Studio etwas völlig anderes ausprobieren. Durch das alptraumhafte Setting, Sex, Gewalt und einer Anlehnung an Dantes Inferno aus Göttliche Komödie von Dante Alighieri, hat man sich viel von dem Titel versprochen. Doch wie bereits erwähnt streiten sich hier im Diesseits die Geister. Denn der Titel ist leider alles andere als gelungen. Uns hat man die sehr kritisierte PlayStation 4 Version zur Verfügung gestellt. Ob die Schreie der anderen Redaktionen sich mit unseren decken, könnt ihr im Folgendem nachlesen.

Achtung! Diese Review kann Spoiler zu der Geschichte von Agony enthalten!


Handlung: Willkommen in der Hölle!

Ich falle in einen endlosen Abgrund voller gepeinigter Seelen. Ich selbst kann mich nur schwer sammeln. Was geschieht mit mir? Wieso fühle ich mich, als würde es mich zerreißen. Ein Tor? Wo bin ich nur hier gelandet?

x1_agonyaDie Tore zur Hölle.

So kommt es einem vor, wenn man wohl in der Hölle landet. Man spielt eine namenlose Seele, welche in die Tiefen der Hölle verbannt wurde. Euer Ziel ist es einen Ausweg aus diesem Alptraum zu finden. Doch seid gewarnt! Auf euch warten Bilder, die den Horizont eurer Vorstellungskraft überschreiten. Klingt im ersten Moment wirklich vielversprechend und hätte auch eine wirklich frische Erfahrung im Bereich des Survival-Horrors werden können. Doch leider kommen wir in der Geschichte aufgrund von Bugs, Abstürzen und Ladefehlern nicht weit. Deswegen können wir an dieser Stelle nicht viel über die Geschichte erzählen. Warum genau euer Charakter in der Hölle landet, ist uns nicht ganz ersichtlich. Lediglich, dass er einem antiken Land angehört, welches einen teuflischen Pakt mit der roten Göttin abschloss.

agony-trailer-und-gameplay-videoDie rote Göttin.

Während der Zeit, in der wir das Spiel einigermaßen spielen konnten, fanden wir Tagebücher von anderen verdammten Seelen. Diese waren zwar interessant zu lesen, konnten uns aber auch nicht viel über das Grauen verraten, was uns hätte erwarten können. Was wir nur grob sagen können ist, dass wir einen Weg aus dieser Agonie finden müssen. Dabei können wir im Falle eines Todes zwischen den Körpern der anderen Seelen springen, was eigentlich eine sehr interessante Komponente ist. Doch leider funktioniert das alles andere als reibungslos. Dazu aber mehr im Gameplay. Als Widersacher jagen euch die Dämonen der Hölle unerbittlich. Doch die rote Göttin ist euch gut gesinnt und versucht euch zu helfen, um diesem Alptraum zu entkommen.

So viel zur „Geschichte“. Wir fanden es sehr schade, dass aufgrund der immensen Fehlern das Spiel nahezu unspielbar ist. Ob sich aus dem etwas sehr verwirrenden Einstieg eine klare Linie gebildet hätte, können wir an dieser Stelle leider nicht sagen. Eigentlich schade, da das Setting durch sein düsteres und grausames Auftreten echt Potential gehabt hätte.

Gameplay: Wenn die Hölle einfriert!

Wenn man sich die Zeilen der Geschichte durchliest, kann man bereits davon ausgehen, dass man hier vermutlich nicht viel erwarten kann. Und leider ist es auch so. Denn wie bereits erwähnt konnten wir Agony aufgrund von Bugs, Abstürzen, Ladefehlern und Einfrieren der Questline nicht einwandfrei genießen. Und das hat nichts mit dem Fehlen eines Day-One Patches zu tun. Denn zum Zeitpunkt unseres Test waren bereits mehrere Patches Online und sind auch mit guten acht Gigabyte zu Buche geschlagen. Deswegen dachten wir im ersten Moment, dass sich die bisherigen Urteile unserer Kollegen vielleicht im Sande verlaufen. Doch dem war leider nicht so. Dennoch versuchen wir unsere wenigen Eindrücke, welche wir erhalten konnten, während das Spiel lief, zu vermitteln.

Die Grundidee des Spiels ist echt nicht schlecht. Das Spiel wird in der First-Person gespielt und steuert sich wie jeder normale Titel aus dem Genre. Als besonderes Gimmick haben sich die Entwickler etwas Interessantes einfallen lassen. Wenn man stirbt, kann man mit seiner Seele in den Körper anderer Verdammten fahren. Auch die Übernahme eines Dämons wäre möglich gewesen, gelang uns aber aufgrund des mangelnden Spielfortschritts nicht. So reist ihr durch die Tiefen der Hölle, müsst euch durch ein Labyrinth aus Blut und Leichenteilen kämpfen. Dabei müsst ihr immer wieder Gegenstände sammeln, um Tore zu öffnen. Dies wurde bereits bei unserem recht kleinen Ausflug ins Inferno schon recht eintönig. Dennoch konnten wir gerade dem Labyrinth etwas sehr positives abgewinnen, was in den heutigen Horror-Games leider nicht mehr vorhanden ist: der Angstfaktor.Agony-1

Eine Dämonin. Eine der Positiven Aspekte

Um  einen guten Eindruck über die alptraumhafte Atmosphäre des FPS Games zu gewinnen, spielten wir den Titel im Dunkeln. Und die Rechnung ging auf. Denn das Labyrinth ist durch die patrouillierenden Dämoninnen ein echtes Highlight gewesen. Man fühlt sich wie in einem Traum, in welchem man vor Angst die Flucht ergreift, um etwas überaus Beängstigendem zu entkommen. Diesem bereits vergessenem Gefühl im Survival-Horror-Genre konnten wir echt etwas Positives abgewinnen. Doch leider war der Spaß schnell vorbei, wenn eine Dämonin dich erwischt hat. Denn der Wechsel von Körper zu Körper lief zu 80 % immer schief und man konnte sich entweder gar nicht bewegen, oder der eingenommene Körper blieb wie ein Klotz in seiner vorprogrammierten Bewegung hängen. Echt schade eigentlich. Wie bereits gesagt, das Setting hatte echt Potential. Deswegen können wir auch hier aufgrund von fast kompletter Unspielbarkeit keine allzu gute Wertung geben.


Grafik: Ist das eine Wand oder Lasange?

Im Zeitalter des Fotorealismus erwartet man gerade im First-Person Bereich eine sehr aufwendige Grafik. Doch auch hier konnten die Erwartungen bei Weitem nicht erfüllt werden. Denn trotz der zugrundeliegenden Unreal Engine 4 strotzt das Spiel nur so von unsauberen Texturen, Grafikbugs und Framerate Einbrüchen. Wie es bei der PC Version aussieht können wir nicht beurteilen. Die Playstation 4 Version ist jedenfalls nicht gelungen. Sie wirkt wie aus den Anfängen der PlayStation 3. Weiter möchten wir an dieser Stelle auf das Thema nicht eingehen, da es sonst, gleich wie die Texturen, unschön werden könnte.


Sound: Die Schreie der Verdammten!

Soundtechnisch gibt es ausnahmsweise nichts auszusetzen. Es wurde nicht zu laut, die Voreinstellungen zum Sound-Balancing wurden auch gut gewählt. Die wenigen Dialoge, die wir anhören durften, waren zwar nicht lippensynchron mit den auftauchenden Figuren,  aber dennoch recht gut umgesetzt. Als Sprachausgabe erwartet euch Englisch mit Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch als Bildschirmtexten. Die Atmosphäre durch die im Hintergrund schreienden gepeinigten Seelen sorgt für Gruselstimmung. Deswegen können wir wenigstens dem audiovisuellen Part etwas abgewinnen.


Trailer zu Agony (FSK AB 18 JAHRE):


Allgemeine Daten:

81B-Tw-AM9L._SL1500_Erscheinungsdatum: 29. Mai 2018

Entwickler: Madmind Studios

Publisher: Deep Silver

Plattform: PlayStation 4, XBox One, PC

Genre: First-Person Survival-Horror

Umfang: nicht Bewertbar

USK: ab 18 Jahren freigegeben

Sprache: Englisch mit englisch, französisch, deutsch, italienisch, spanisch Untertitel

Quelle: Madmind Studios, Amazon.de
Bilder: ©Madmind Studios, ©Deep Silver

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