Review: Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova – Cadenza

   Donnerstag, 7. Dezember 2017   ,
Arpeggio of Blue Steel Ars Nova Cadenza Review Titelbild

Nach der Serie und dem ersten Film folgte nun der Release des zweiten Films Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova – Cadenza auf DVD und Blu-Ray. Das verantwortliche Studio war nach wie vor SANZIGEN unter der Regie von Seiji Kishi, während Makoto Uezo das Skript schrieb. Ursprünglich erschien der Film bereits 2015 in Japan.

Wie der Film an die vorigen Anime anknüpft und ob sich der Kauf lohnt, das erfahrt ihr in der folgenden Review!

WARNUNG: Diese Review könnte Spoiler enthalten.


Story

In der unausweichlichen Schlacht von „Blue Steel“ gegen den „Schülerrat“ des Nebels, erscheint plötzlich das Super-Schlachtschiff „Musashi“ und mit an Bord ist – Shōzō Chihaya, Gunzōs Vater! In einer Rede möchte er die Menschheit zur Unterordnung unter das Prinzip des Nebels, den „Admiralitätskodex“, zwingen, ansonsten droht die komplette Auslöschung. Gunzō will nicht wahrhaben, dass sein Vater ein Verräter ist und macht sich auf die Suche nach „Musashi“ und auch nach der mysteriösen „Yamato“, dem zweiten Super-Schlachtschiff.


Ars Nova Cadenza Kongou


Inhaltlich macht der „Cadenza“-Film dort weiter, wo der erste „DC“-Film aufgehört hat. Der neu etablierte „Schülerrat des Nebels“ rückt in den Vordergrund und wird zentraler Antagonist in der Handlung. Damit bessert sich der Anime an genau der Stelle, an der er bisher geschwächelt hat.

Man erhält sinnvolle Exposition und erfährt wichtige Details über die Weltanschauung des Nebels. Die Begründungen und Grundsätze werden dabei im Film gut ausgearbeitet und sind auch auf philosophischer Ebene haltbar, da im Zentrum die Kontroverse zwischen Individualismus und Kollektivismus steht. Der Nebel vertritt dabei letztere Anschauung, da er stets gegen Individualität ankämpft und die untergebenen Schlachtschiffe zu einer unausweichlichen Loyalität zum sogenannten Admiralitätskodex verpflichtet. Die Flotte rund um Gunzou Chihaya hingegen versucht bereits, wie in der Anime-Serie, unter allen Umständen die Individualität zu wahren und erhält dabei von einigen vom Feind übergelaufenen Schlachtschiffen Unterstützung.

Außerdem wird endlich auch die Frage zur Erschaffung der Mental-Models zufriedenstellend geklärt. Es folgt eine packende Handlung, die auf einen ideellen Konflikt basiert, der aufgrund der guten Ausarbeitung beider Seiten funktioniert. Der Plot bewegt sich nun stets vorwärts, auch wenn die Handlung sich im Verlauf wieder im losen Kampfgeschehen verliert und damit viel Potential nicht ausschöpft.

Insgesamt wird man dennoch über die gesamte Laufzeit gut unterhalten und der Film bietet zumindest narrativ die stärkste Leistung der bisherigen Anime-Adaptionen.


Charaktere


Crewmitglieder der I-401 und Verbündete


Gegner der Nebelflotte


Durch die bereits erwähnte Ausarbeitung in der Handlung wird den beiden Seiten eine kollektive Motivation verliehen. Die neu eingeweihten Charaktere weisen wie die bereits bekannten Personen und Schlachtschiffe prägnante Charakterdesigns auf. Leider werden sie auch gleichzeitig durch die Versinnbildlichung des „Schülerrats des Nebels“ in langweilige Schuluniformen gesteckt, die mit den deutlich interessanteren Outfits der Flotte rund um Gunzou nicht mithalten können.

Die individuelle Charakterisierung fällt leider auch weiterhin bei allen Charakteren weitesgehend flach aus. Im Fall des Nebels lässt sich das damit entschuldigen, dass die Narrative die Individualität bewusst unterbindet. Die Handlungen vom Schlachtschiff Hiei bestätigen den Eindruck, dass dies mit Absicht geschehen ist, da sie durch ihr menschliches Hinterfragen zu den anderen Mitgliedern des Schülerrats im klaren Kontrast steht.

Bei den Crewmitgliedern von Gunzou und seinen verbündeten Schlachtschiffen hingegen bekommt man weiterhin auch keine wirklich gelungene Charakterisierung oder Charakterentwicklung zu Gesicht. Sie handeln klar nach ihrem Muster und sind auch häufig klaren Prototypen zuzuordnen. Perfektes Beispiel hierfür ist Takao, die nach wie vor nur durch ihren Liebeswahn nach Gunzou definiert wird und klar nach dem Schema einer „Tsundere“ handelt.


Ars Nova Cadenza Bild


Animation

Im puncto Animation vertraut Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova – Cadenza weiterhin wie bei der Anime-Serie und dem ersten Film auf nahezu vollständiges 3D-CGI. Nachdem die Animation im TV-Anime leider nicht wirklich überzeugen konnte, wird hier ähnlich wie in den letzten 30 Minuten des ersten Films eine deutliche Verbesserung klar. Die Charaktere bewegen sich flüssiger, sind besser in die Hintergründe implementiert und vor allem sehen die Effekte und Kämpfe einfach nochmal deutlich besser aus.

Zwar präferiere ich nach wie vor klassische 2D-Animation, jedoch wurde beim Film durch solide Shot-Composition und das gute Farbdesign eine wirklich ordentliche Leistung erbracht. Vor allem durch die vielen Kampfszenen zwischen den Schlachtschiffen, die in konventionell animierten Anime entweder kaum umsetzbar oder ebenso in 3D gelöst werden, bleibt wie bereits bei der Serie der unschöne Wechsel zwischen 2D- und 3D Animation aus.


Sound

Für den Original-Soundtrack von Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova – Cadenza war erneut Masato Kouda (KonoSuba) tätig, der bei der Anime-Serie und dem ersten Film ebenso die Stücke komponierte. Genauso wie zuvor passt seine Musik gut zu den gezeigten Kriegsszenarien.

Viele Stücke kennt man noch aus den vorigen Ablegern, besonders viele neue und einprägsame Stücke werden aber kaum hinzugefügt. Lediglich der Themen-Song des „Schülerrat[s] des Nebels“ ist sehr gelungen. Für ein genaueres Urteil verweise ich daher auf die Review zur Anime-Serie.


Ars Nova Bild 2


Deutsche Synchronisation

Die deutsche Umsetzung entstand erneut bei den G&G Studios in Kaarst mit dem Dialogbuch und der Dialogregie von Jörn Friese. Nachdem die neuen Charaktere der Nebelflotte bereits am Ende des ersten Films kurz zu hören waren, bekommen sie nun eine wichtigere Rolle in diesem Film.

Zuerst lässt sich anmerken, dass die Besetzung rund um Gunzou Chihayas Flotte genauso besetzt wurde wie zuvor und weiterhin überzeugen kann. Doch auch die neuen Charaktere wurden allesamt passend besetzt und wissen ebenfalls ihre Figur im Anime zu verkörpern. So klingen auch die überwiegend jungen Mädchen nicht zu alt bzw. verstellt.

Wir bedanken uns bei KSM Anime für die Bereitstellung des Review-Materials!


Deutscher Trailer:


Allgemeine Informationen

 

Arpeggio of Blue Steel Ars Nova Cadenza Blu-Ray CoverVeröffentlichung: 04. Dezember 2017

Sprache: Deutsch, Japanisch

Untertitel: Deutsch

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Publisher: KSM Anime

Produktionsjahr: 2015

Spieldauer: 106 Minuten


 

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