Review: Bakemonogatari Vol. 1-3

   Donnerstag, 14. September 2017   ,
Bakemonogatari Bild 1

Bereits vor einiger Zeit überraschte peppermint anime mit einer Lizenz der 15-teiligen Serie Bakemonogatari, die auf der gleichnamigen Light-Novel von NisiOisiN basiert und den Plänen diese auf deutsch zu synchronisieren. Schließlich gilt die als sehr schwer synchronisierbar, aufgrund der vielen japanischen Popkultur Anspielungen, sowie den komplexen und schnellen Dialogen.

Der Anime selbst erschien 2009 in Japan und wurde unter der Regie von Tatsuya Oishi mit der Chefregie von Akiyuki Shinbou produziert. Wie das Endergebnis von peppermint anime in der deutschen Umsetzung letzten Endes ausfällt, das erfahrt ihr in der folgenden Review!

Warnung: Die folgende Review könnte Spoiler enthalten!


Handlung

Oberschüler Koyomi Araragi ist nicht unbedingt das, was man einen Musterschüler nennen könnte. Eines Tages wird er während der jährlichen Golden Week von einem weiblichen Vampir angefallen und gebissen. Nun selbst ein Vampir, ist es mit seinem bisherigen normalen Leben vorbei, denn plötzlich sieht er übernatürliche Wesen wie Gespenster und Dämonen. Hilfe sucht er sich bei Meme Oshino, der ein Experte für übernatürliche Erscheinungen ist. Zwar wird Koyomi dank ihm wieder fast ein Mensch, doch einige Nebeneffekte durch die Verwandlung zum Vampir bleiben erhalten. So verheilen seine Verletzungen nach wie vor schneller und er kann im Dunkeln sehen. Und obwohl er kein richtiger Vampir mehr ist, erlebt er immer wieder Paranormales – auch bei seiner Klassenkameradin Hitagi. Als er hinter ihr Geheimnis kommt, greift diese ihn plötzlich an …

Ararararagi im Kampf mit einer "Grundschülerin"

Ararararagi im Kampf mit einer „Grundschülerin“

Insgesamt lässt sich die Geschichte in fünf Arcs einteilen. In jedem dieser steht dabei eine andere Handlung im Mittelpunkt, sodass sich nach und nach der Cast mit steigender Folgenanzahl von Koyomi Araragi ausgehend stets erweitert. Alle neuen Protagonisten sind dabei Mädchen, die ebenso an übernatürliche Problemen gebunden sind, denen versucht Koyomi zu helfen. Neben diesen Haupthandlungen entwickelt sich zudem eine Romanze zwischen Koyomi und Hitagi, die sich immer in kleinen Häppchen bis zum Ende hin entwickelt.

Insgesamt ist die Story wirklich großartig gestaltet, da das Setting und die Erzählweise nicht nur originell, sondern auch interessant sind. Durch die vielen Charakter-Arcs, die mit Hilfe von kleinen Geschichten erzählt werden, wird die Geschichte sehr abwechslungsreich und dennoch gelingt es Bakemonogatari nicht den roten Faden zu verlieren. Man merkt als Zuschauer stets, dass alles aufeinander aufbaut und sich komplexe Strukturen auch zwischen den Charakteren befinden. Es wurde an allen Stellen sehr viel Aufwand und Liebe ins Detail investiert.

Dennoch ist anzumerken, dass das Meiste durch die langen und intelligenten, aber auch oft absurden Dialoge vermittelt wird. Deshalb wird vom Zuschauer auch im Gegenzug erwartet, dass er aufmerksam zuhört und liest und sich Gedanken macht, um alle Zusammenhänge zu verstehen.


Charaktere

Koyomi Araragi
Der Protagonist unserer Geschichte. Koyomi ist ein ganz normaler High-School Schüler im dritten Jahr, bis er eines Tages durch ein schicksalhaftes Ereignis zu einem Halbvampir wird (In der Kizumonogatari-Filmtriologie wird dieser Teil der Geschichte beleuchtet). Seitdem begegnet er regelmäßig Mädchen, die von übernatürlichen Erscheinungen geplagt werden und versucht ihnen durch seinen ausgeprägten Helferinstinkt stets aus ihrer misslichen Lage zu helfen. Seine Schwestern Karen und Tsukihi haben in Bakemonogatari auch bereits einen kurzen Auftritt.

Hitagi Senjougahara
Hitagi bezeichnet sich selbst als Tsundere. Diese Bezeichnung trifft es sogar sehr treffend auf den Punkt, auch wenn sie teils sogar Yandere-Tendenzen aufweist. Auf den ersten Blick wirkt sie sehr kühl und emotionslos. Das ist bedingt durch ihre familiären Probleme, die in ihrer Begegnung mit der Gewichtskrabbe resultierten und dafür sorgten, dass sie sich gegenüber ihrer Umwelt verschließt. Lediglich gegenüber Araragi taut sie auf und verhält sich zunehmend freundlicher gegenüber ihm. Ihre Liebe geht sogar so weit, dass sie bereit wäre für ihn Straftaten zu begehen.

Tsubasa Hanekawa
„Ich weiß nicht alles, ich weiß nur das was ich weiß“. Durch ihre unfassbar guten Noten und ihr vielseitiges Wissen, sieht Hanekawa sich oft gezwungen die ihr zugeschriebene Allwissenheit mit diesem Satz zu relativieren. Sie hat eine sehr große Oberweite und ein überaus ruhiges, hilfsbereites und nettes Wesen. Dennoch kommt sie aus schwierigen Familienverhältnissen, da sie nicht bei ihren leiblichen Eltern wohnt und von ihren Pflegeeltern nicht gut behandelt wird. Dennoch sieht sie sich selbst als Last an und reagiert auf die Umstände besonnen.

Mayoi Hachikuji
Ein freches Grundschulmädchen, das auf dem Weg zu ihrer Mutter durch die Straßen irrt. Araragi übt gegenüber ihr gerne sexuelle Anstößigkeiten aus, auf die sie bereitwillig mit roher Gewalt reagiert. Gern provoziert sie ihn aber auch selbst, indem sie seinen Namen falsch ausspricht. Durch ihren leichtfertigen  Gang und ihren großen Rucksack ist sie meist bereits von Weitem zu erkennen.

Suruga Kanbaru
Pervers, freizügig und schlagfertig. Die selbsternannte Lesbe, die man somit auch als Kampflesbe bezeichnen könnte. Gerne begegnet sie ihrem Senpai Araragi (sie geht einen Jahrgang unter ihm zur Schule) mit ihrer sexuellen Offenheit und geht ihm auf die Nerven mit ihrem exzentrischen Charakter. Außerdem ist sie ein wahrer Messi und extrem sportlich.

Nadeko Sengoku
Als Freundin von Tsukihi und Karen hat sie bereits in frühen Kindheitstagen mit Araragi Bekanntschaft gemacht und sich unsterblich in ihn verliebt. In ihrem Auftreten wirkt sie sehr ruhig und schüchtern, versprüht aber dennoch einen speziellen Charme durch ihr niedliches Aussehen.

Don´t mess with Hitagi

Don´t mess with Hitagi

Was Bakemonogatari aus seinen Charakteren gemacht hat ist wirklich erstaunlich. Eigentlich wirkt so eine typische Harem-Konstellation eines hilfsbereiten Protagonisten, der von Mädchen, die allesamt sich in gewisse Prototypen einordnen lassen, nicht sehr vielversprechend. Dennoch gelingt es dem Anime durch die ausführlichen Charakter-Arcs den rationalen Hintergrund ihres Handelns zu verstehen. Doch auch fernab davon gelingt es die Charaktere konstant erscheinen zu lassen und auch Charakterentwicklungen, vor allem die von Senjougahara, sind gut nachvollziehbar und wirken nicht überstürzt.


Animation

Ursprünglich erschien Bakemonogatari bereits 2009 und somit vor fast 10 Jahren inzwischen. Wem das Studio Shaft ein Begriff sein sollte, der weiß, dass die Werke des Studios regelmäßig durch ihren kreativen Einsatz von Animation und allein durch ihre konstante Qualität neue Maßstäbe setzen. Auch hier macht sich das an allen Stellen bemerkbar.

Auch heute wirkt die Animation keinesfalls in die Jahre gekommen. Eine einzigartige Shot-Komposition, malerische Hintergründe, schnelle Schnitte und Texteinblendungen zeichnen die Animation von Bakemonogatari aus. Von vorne bis hinten hat man sich Mühe gegeben, aus den vorhandenen Mitteln das meiste herauszuholen. Doch neben den bereits genannten Punkten fällt vor allem auch die Architektur ins Gewicht. Diese wirkt an den meisten Stellen schier surreal und lässt sich in der Realität kaum umsetzen. Alles ist von vorne bis hinten stilisiert und hebt sich von der Masse ab, wie kaum ein anderes Werk.

Es kann auch sehr blutig werden

Es kann auch sehr blutig werden


Audio

Schnell. Langsam. Melodisch. Dramatisch. Ähnlich, wie die Chaotik in der Serie selbst, wechselt auch die Musik passend dazu die Stimmung und den Ton. Hier gibt es wirklich nichts auszusetzen, da jede Szene perfekt untermalt wird. Auch die Facetten an Musikrichtungen, die zur Anwendung kommen, sorgen dafür dass für jeden ein prägnantes Stück dabei ist.

Sogar die schiere Anzahl an Openings ist beeindruckend. Hier hat man sich die Mühe gemacht und für jeden der Arcs ein exklusives Intro angefertigt. Somit gibt es insgesamt fünf Stück, von denen mir persönlich „Renai Circulation“ und „Sugar Sweet Nightmares“ am meisten zusagen. Visuell sind alle fünf makellos gestaltet.

Beim Ending wird über die gesamten Folgen hinweg auf denselben Song „Kimino Shiranai Monogatari“ von supercell vertraut. Der Song schafft es angenehm die Folgen ausklingen zu lassen.


OP Renai Circulation:

Ending-Song:


Deutsche Synchronisation

Für die deutsche Umsetzung von Bakemonogatari wurden die Oxygen Sound Studios (Steins;Gate) unter der Dialogregie von Christian Zeiger beauftragt. Für die Rollen in der Serie wurden sehr prominente Stimmen besetzt, darunter David Turba (Baby/Baby Driver) als Koyomi, Rubina Nath (Anastasia Steele/Fifty Shades of Grey) als Kanbaru und Anja Stadtlober (Stammsprecherin von Mila Kunis) als Hitagi.

Man merkt, dass peppermint anime keine Kosten und Mühen gescheut hat das bestmögliche aus der Synchronisation herauszuholen und die Rechnung geht auf. Die Umsetzung klingt von vorne bis hinten großartig. Die Stimmen passen, wie die Faust auf´s Auge zu den Charakteren, die Übersetzung wirkt schlüssig und auch in komplexen Passagen kann die Synchro überzeugen. Damit zählt die deutsche Umsetzung mit zu den besten Anime-Synchronisationen der letzten Jahre.


Deutscher Trailer:


Design/Extras

Für die Verpackung der drei Volumes hat sich peppermint anime für jeweils eine schwarze Amaray-Hülle mit Papphülle entschieden. Auf beiden ist jeweils ein passendes Artwork abgedruckt, das schön in Szene gesetzt ist und mit jeder Volume vor allem auf der Hülle einen klaren farblichen Akzent setzt. Auf Volume eins und drei lassen sich zudem die FSK-Logos entfernen, bei Volume zwei ist das Logo jedoch leider aufgedruckt.

In der Amaray selbst muss man neben der Blu-Ray Disk und dem Streaming-Code für die OmU-Fassung bei AKIBA PASS auf weitere Extras verzichten. 


Allgemeine Informationen

Bakemonogatari Gesamtausgabe Bild

Veröffentlichung: 28.10.2016, 25.11.2016, 31.03.2017

Sprache: Deutsch, Japanisch

Untertitel: Deutsch

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Publisher: peppermint anime

Produktionsjahr: 2009

Spieldauer: 570 Minuten


 

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