Review: Cells at Work! Band 1

   Freitag, 13. März 2020   ,
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Mit Cells at Work! haben wir wieder einen weiteren ungewöhnlichen Manga in Händen halten dürfen. In der Welt der Manga gibt es nun wirklich viele aberwitzige und seltsame Storys. Doch dieses Exemplar vermischt medizinisches Wissen und witziges Entertainment. Funktioniert das? Wir berichten!


Klappentext:

Erythrozyten, Leukozyten, T-Helferzellen! Der menschliche Körper besteht im Schnitt aus 100 Billionen Zellen – und jede einzelne von ihnen arbeitet hart, um den Körper am Leben zu halten! Und bei Husten, Schnupfen und Pollenallergien gibt es wirklich viel zu tun!

Das rote Blutkörperchen AE3803 ist ein kleiner Tollpatsch … und stolpert ständig mitten in all die Gefahren hinein, die es im menschlichen Körper so gibt. Als sie von einem bösartigen Bakterium bedroht wird, kommt ihr das weiße Blutkörperchen U-1146 zur Hilfe. Und damit hat das Abenteuer dieser beiden Zellen gerade erst begonnen …


Handlung Allgemein:

Wären da nicht die Zeichnungen und die witzigen Einlagen, wären wir uns sicher wieder auf der Schulbank zu sitzen. Ein Kapitel von Cells at Work! ersetzt mit Sicherheit eine Biologiestunde der Oberstufe. Hier werden die korrekten medizinischen Begriffe für die entsprechenden und handelnden Zellen und Organe verwendet, Randnotizen klären einen immer über die Funktion der genannten Zelle auf, dies auch immer wieder, denn kaum einer kann sich auf Anhieb die Funktion einer T-Helfer-Zelle merken.

Unsere Hauptcharaktere sind also ein rotes Blutkörperchen, hier verkörpert von einer jungen Dame, die leicht tollpatschig ist. Rote Blutkörperchen sind im Körper für den Sauerstofftransport zuständig, so handelt es sich hier um eine Botin, die sich ständig verirrt. Dann gibt es da noch das weiße Blutkörperchen, dieses arbeitet für das Immunsystem des Körpers und tötet Eindringlinge wie Viren und Bakterien. Das wird hier relativ plakativ dargestellt. Bei dem weißen Blutkörperchen handelt es sich um einen mürrischen, aber heldenhaft anmutenden jungen Mann, der jedes Bakterium kurz und klein schlägt. Dabei fließt (optisch gesehen zumindest) jede Menge Blut und es geht teilweise zu wie in einem Schlachthaus. Dabei bleiben kurze witzige Einlagen nicht aus. Der Mix mutet anfangs noch recht seltsam an, liest sich aber doch überraschend flüssig und wirkt auch nicht albern. Die älteren Leser fühlen sich hier bestimmt an „Es war einmal das Leben“ erinnert, nur etwas brutaler. Wie der Körper hier dargestellt wird ist durchaus recht interessant. Kein medizinisches Detail wird übersehen und witzig umgesetzt. Man lernt z. B., dass die Herzklappen den Blutfluss in eine Richtung regulieren und das rote Blutkörperchen natürlich versucht in die Falsche zu gehen. Auch die Umsetzung einer Schürfwunde ist grandios gelungen, sie mutet fast wie ein schwarzes Loch an und man warnt das rote Blutkörperchen mit aller Eindringlichkeit sich nicht hineinziehen zu lassen, da es sonst für immer verloren sei und nie zurückkehren könne.

Der Aufbau des Mangas setzt sich von einzelnen Kapiteln zusammen, die jeweils abgeschlossene Geschichten erzählen. Im ersten Band ist also noch keine zusammenhängende Handlung erkennbar. Der einzige rote Faden, der sich durch den Manga zieht, ist die Begegnung der beiden Hauptcharaktere. Ansonsten geleitet uns jedes Kapitel durch einen anderen Teil unseres Körpers, oder beinhaltet die Darstellung der Aufgabe eines bestimmten Körperbestandteils. So ist immer wieder interessant, mit welchen Charaktereigenschaften der Autor die Zellen versieht und auch wie sie optisch dargestellt werden. Das ganze kommt bei dem Leser immer gewollt an und wirkt nie albern. Die Witze sind intelligent platziert und die Kampfszenen sind so gut wie in einem Shounen Manga umgesetzt. Die Mischung überzeugt und funktioniert tatsächlich!


Zeichnungen:

Die interessante Kombination von Medizin, Action und Komik ist in einem tollen Gewand von aufwendigen Zeichnungen verpackt. Die ganze optische Umsetzung ist absolut gelungen und interessant. Das innere unseres Körpers wird hier als Zivilisation dargestellt. Zu sehen sind reale und nicht ganz so reale Bauten. Die Zellen werden allesamt als Menschen verkörpert. Hier wird viel ins Detail gegangen. Die Umgebungen und auch die Mimiken der Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet und lassen keine Wünsche offen. Die Action-Szenen, die oft mit Eindringlingen wie Bakterien stattfinden, sind expressiv und stehen hinter keinem Action-Manga zurück. Die Bakterien selbst werden wie Monster dargestellt, die ebenfalls sehr detailreich und auch an ihre Eigenschaften angepasst wirken. Optisch kann der Manga also ebenso überzeugen, wie storytechnisch.

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Allgemeine Informationen:

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  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten

 

  • Verlag: Cross Cult; Auflage: 1 (10. April 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • Autor: Akane Shimizu
  • Größe und/oder Gewicht: 14,1 x 1,5 x 21,1 cm
  • Bisher erschienen: Cells at Work 1-5
  • Spin off: Cells at Work! Black

Der Manga ist in Deutschland mit 5 Bänden abgeschlossen, alle Bände sind bereits erschienen und erhältlich.

 

 

 
Cells at Work! Black

 

51Ca80XsfCLDas Spinoff zu Cells at Work!, Cells at Work Black! erschien hierzulande ebenfalls. Hierbei handelt es sich um den düsteren Ableger. Geht es in der Ausgangsserie um einen gesunden Körper, so steht im Mittelpunkt des Geschehens von Cells at Work! Black ein kranker, nikotinabhängiger Körper mit Erektionsproblemen.   Auch hier wird alles medizinisch korrekt und sehr anschaulich dargestellt. Die Erektionsprobleme werden in allen Details geschildert, sind aber nicht so pikant wie man vielleicht denkt, da es hier rein um die Funktionen innerhalb des Körper geht. In diesem Band sind die Rollen vertauscht, hier haben wir eine Protagonistin in Form des weißen Blutkörperchens und das Rote ist diesmal ein junger Mann. Dieser kommt auch somit gleich in die Verlegenheit bei der Erektion zum Einsatz zu kommen und zeigt vollen Einsatz. Die Protagonistin ist eine starke, kämpferische Frau, die ein absolut gewagtes Outfit trägt, so wie einige ihrer Mitstreiterinnen. In diesem Spin-off wurde nicht mit Fanservice gegeizt und die ein oder andere leicht erotische Szene eingebaut. Im großen und ganzen ist der Aufbau aber derselbe und auch hier wieder voll mit Wissen über den menschlichen Körper.

Das Spinn-off kann man also unabhängig zu der Ausgangsserie lesen, oder auch Black zuerst. Die Reihenfolge gibt hier keinen Ausschlag.

Auch die Zeichnungen halten sich hier an den Vorgänger, qualitativ hat nichts nachgelassen, auch wenn es sich hier um einen anderen Autor handelt. Das bemerkt der Leser durchaus, wenn man die Augen offen hält, jedoch ist die Qualität ähnlich hoch und an den Stil der Ausgangsserie angepasst.

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Bisher sind 3 Bände dieser Reihe in Deutschland erschienen, Band 4 wird im Mai diesen Jahres erscheinen und in Japan sind bisher 5 Ausgaben erhältlich.

 

 

 

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