Review: Granblue Fantasy Versus PS4!

   Sonntag, 24. Mai 2020   ,

Vielen dürfte Granblue Fantasy mittlerweile ein Name sein, ursprünglich als mobiles JRPG im Gacha-Stil entwickelt von Cygames bekannt, konnte das Franchise eine Manga-Adaption, sowie eine Anime-Adaption hervorrufen, bei der die zweite Staffel in der Herbstseason letzten Jahres lief.

Das von Arc System Works entwickelte und in Europa von Marvelous publizierte Spiel Granblue Fantasy Versus erschien am 27. März.

Für die Rezension wurde ein Blick auf die PS4 Version geworfen.

Achtung: Diese Review kann Spoiler zur Handlung von Granblue Fantasy Versus enthalten!


Story:

 
Wie bereits im Anime und den mobilen JRPGs besteht die Welt von Granblue Fantasy aus fliegenden Inseln und mystischen Wesen, welche Primal Beast genannt werden. Das Spiel findet unmittelbar nach dem ersten Story Arc des Franchise statt. So wurde das erste Empire besiegt und man konnte endlich wieder seinen alltäglichen Arbeiten nachgehen, Ruhe kehrte ein. In der Zeit hat sich die Gruppe um Gran aufgeteilt.

Die Geschichte des Spiels beginnt damit, dass man mit dem Luftschiff Grandcypher nach Albion kommt, um Katalina abzuholen. Doch schnell wird klar, dass das erste Empire anscheinend zurückgekehrt ist und niemand anderes als Katalina diese anführt. Wer den Anime kennt, dürfte hier etwas verwundert sein, warum die treue Katalina gerade für das feindliche Empire einsteht, doch nach und nach wird die Wahrheit im Spiel aufgedeckt und die Rätsel enthüllt.

Durchlaufend bestreitet man im Spiel den RPG Modus, gespickt durch eine Erzählung die sich auf sehr viel Text mit Sprachausgabe stützt und lediglich durch eine Handvoll Zwischensequenzen aufgelockert wird. Dies lässt die Story ziemlich langatmig erscheinen, was schade ist, da die Story an sich eher einfach gehalten ist und wohl eher als Mittel zum Zweck dient, um die Charaktere zusammenzubringen, damit diese überhaupt in Granblue Fantasy Versus erscheinen.

Allgemein bezieht sich das Spiel eher auf Gran und Katalina, alle weiteren Charaktere kommen etwas kurz und geraten nach einer Einführungsmission in Vergessenheit. Es finden keine Charakterentwicklungen statt, alle kennen sich bereits, somit entstehen nur knappe Gespräche mit wenig Bedeutung.

Nichtsdestotrotz ist die Geschichte des Spiels jedoch angenehm, man erfährt zwar nicht viele Details hinsichtlich der Spielwelt und den Kreaturen, die diese birgt, dennoch gibt es andere Aspekte im Spiel, die dieses Fehlen wieder gut machen.


Gameplay und Inhalt:

 
Der wohl größte Teil des Spiels besteht aus dem RPG Mode, abgesehen davon gibt es noch eine Galerie, in der man Charakterartworks und Storysequenzen anschauen kann. Nach und nach kann man in dieser auch weitere Artworks, Sequenzen und Musikstücke freischalten. Abgesehen von der Galerie gibt es noch eine Enzyklopädie, vor allem dann bedeutend, wenn man genaue Informationen hinsichtlich des Storybereichs benötigt oder einfach mehr Informationen zur Kampfspielernomenklatur braucht. Dann gibt des noch einen Arcade Modus, bei dem man den ersten Gegner samt Schwierigkeitsgrad auswählen kann und einem am Ende ein Artwork erwartet. Was in jeden Spiel nicht fehlen darf, ist das Tutorial. Hier wird einem alles beigebracht. Zuerst wird man in die Mechaniken des Spiels eingewiesen, dann werden einem die Fähigkeiten durch ein Fähigkeitstraining näher beleuchtet, daraufhin folgt ein Kombotraining und zum Schluss muss man Duelle bewältigen und alles einsetzen, was man bis dahin gelernt hat. Erklärungen zum Kampfsystem und anderen wichtigen Key-Informationen sind vor jeder Aktion schriftlich verzeichnet und können desweiteren in der Enzyklopädie erneut aufgerufen werden.
 

Allgemein kann man Granblue Fantasy Versus als ein Vier-Tasten-Kampfspiel bezeichnen, das aus leichten, mittleren und schweren Angriffen, sowie einem charakterspezifischen einzigartigen Angriff besteht. Zur Verteidigung gibt es schnelle Ausweichmanöver oder unverwundbare Dashs, welche als „cross-overs“ bezeichnet werden und reibungslos an Projektilen vorbei ausweichen oder die Distanz durch den schweren Angriff eines Gegners verringern können.

Das Besondere oder eher Simple an Granblues Kampfsystem ist, dass es keine traditionellen Kombinationslogiken gibt, vielmehr verfügt jeder Charakter im Wesentlichen über drei automatische Kombinationen, bei denen entweder die leichten, mittleren oder schweren Tasten gedrückt werden. Ein Spezialzug kann während dieser automatischen Combos jederzeit abgebrochen werden, aber viel mehr kann man nicht tun. Mit wenigen Ausnahmen gibt es keine ausgefallenen Luftkombinationen und keine Combo-Extender. Das mag für Hardcore-Kampfspiel-Puristen, die sich nach auffälligen technischen Combos sehnen, schrecklich klingen, aber es ist ein Opfer, was man eingehen kann. Da man in der Mitte des Bildschirms keine großen Combos erzielen kann, ist es umso mehr wichtiger, den Gegner in die Ecke des Bildschirms zu drängen, bei der die beängstigenden und hochtechnischen Combos eine größere Wirkung erzielen.

Jeder Charakter hat vier Spezialbewegungen, die durch Drücken einer Richtung und der Spezialtaste oder nur durch Drücken der Spezialtaste ausgeführt werden können. Jede dieser Spezialbewegungen hat jedoch eine Abklingszeit, muss daher gut getimed werden, um optimale Erfolge zu erzielen.

Der Rollenspielmodus ist in Episoden aufgeteilt und schließt einige Kapitel zu einem Ganzen zusammen. Mit jedem Kapitel durchschreitet man die Story des Spiels, zusätzlich gibt es noch Freie Missionen, die bewältigt werden können und meistens als Einführung neuer Charaktere dienen. Zum Schluss gibt es noch zwei verschiedene Bosskämpfe, zum einen sind es normale Kämpfe, die auch in den anderen Modi eingesetzt werden, hier besitzen die Bosse einen sogenannten Overdrive, der sich bei Treffern auffüllt. Wenn diese nun genügend Treffer eingesteckt haben, aktivieren sie diesen. Um dem entgegenzuwirken, muss man ununterbrochen angreifen, damit sich der Balken wieder leert, danach sind die Bosse für eine Weile lang stark verwundbar und dementsprechend der beste Moment so viel Schaden wie möglich auszuteilen. Dann gibt es noch eine andere Art von Bosskämpfen. Hier kämpft man gegen übergroße Gegner, welche zwar wesentlich langsamer sind, dafür ihre Angriffsfläche vergleichbar viel größer ist. Hier entscheidet Koordination der Attacken und Ausweichmanöver über Sieg und Niederlage.

Zusammenfassend zeigt sich der Rollenspielmodus vielversprechend, das Kampfsystem wird durch ein klassisches 2D Beat’em Up ausgeführt. Jedoch verliert das Spiel durch die Kontinuität des Modus an Reiz. Nach den ersten Missionen stellt man fest, dass immer wieder vertraute Gegner in den Ring treten, selten erscheint jemand neues und auch dann, verschaffen diesselben Tastenkombinationen wenig Freiheit und Reiz, das Spiel erneut interessant zu machen und fortzuführen. Lediglich die Bosskämpfe stellen besondere Herausforderungen dar, vor allem dann wenn man diese auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad bewältigen muss.
 


Grafik und Sound:

 
Arc System Works ist bereits für Titel wie Dragon Ball FighterZ und Persona 4 Arena bekannt, demnach ist es also nicht verwunderlich, dass die Grafik von Granblue Fantasy Versus ebenfalls mit diesen Spielen mithalten kann. Wo die Story und das Gameplay teilweise zu schwächeln scheint, wird das Visuelle umso mehr hervorgerufen. So hat man das Gefühl mitten in den Anime hinein versetzt worden zu sein, gerade dann wenn ein entfesselter Himmelsturm über den Bildschirm fegt.

Auch der Sound hält was er verspricht. Das Orchester mitsamt den klassischen Instrumenten fügt sich nahtlos in das Kampfgeschehen ein. Wie bereits schon erwähnt kann man einige Musiktitel nach und nach freischalten und somit immer wieder in den Genuss dieser kommen. Besonders positiv zu erwähnen ist die Vertonung der Charaktere, ob nun auf japanisch oder englisch, beides passt perfekt in das Audiovisuelle.

Allgemeine Daten

Jump-Force-CoverGenre: Rollenspiel, 2D Beat’em Up

Entwickler/Publisher: Arc System Works/ Marvelous, Cygames

Plattform: PlayStation 4

Spieldauer: variabel

FSK: 12

Erscheinungsdatum: 27. März 2020

Sprache: Japanisch mit englischen Bildschirmtexten, Englisch


Quelle: Arc System Works, Marvelous, Cygames, Amazon
Bilder/Videomaterial: ©Arc System Works, Marvelous, Cygames

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