Review: I want to eat your pancreas Blu-Ray

   Montag, 7. Oktober 2019   , ,
i want to eat your pancreas

Der Film I want to eat your pancreas basiert auf Yoru Suminos gleichnamigen Roman, welcher ebenfalls zu einer Manga- und Live-Action-Adaption inspirierte. Produziert wurde dieser in der Animationsschmiede VOLN unter der Leitung von Shin’ichirō Ushijima, der ebenfalls das Skript schrieb. Für das Charakterdesign war Yūichi Oka zuständig und fungierte gleichzeitig als Animationsdirektor. Hiroko Sebu komponierte die Musik und wurde dabei von der Band sumika unterstützt.

Der Film lief bereits im Rahmen des AKIBA PASS Festivals 2019 mit deutschen Untertiteln im Kino. Die Lizenz zum Anime konnte sich der Münchner Publisher peppermint anime sichern und brachte diesen am 16. September als Limited- und Standard-Edition auf Blu-Ray und DVD heraus.

Uns wurde von peppermint anime die Blu-Ray Version zur Verfügung gestellt. Ob uns das romantische Drama überzeugen konnte, das erfahrt ihr in der Review.

Achtung! Diese Review kann Spoiler zur Handlung und den Charakteren enthalten!


Handlung

 
Schon in den ersten Minuten des Films sieht man eine Vorblende in der man ganz kurz die beiden Protagonisten kennen lernt. Der Junge wird von einem Mädchen in seiner Highschool-Bibliothek belästigt. Sie ist hin und weg von dem japanischen Brauch, von einem geliebten Menschen einen Körperteil zu essen, um eine Krankheit zu heilen, die den gleichen Körperteil befällt. Erst im Nachhinein, wenn man den Film zuende geschaut hat, gewinnt diese Vorblende an großer Bedeutung, da man ein kurzen Einblick in die Gedankenwelt der Protagonistin erhascht.

Nun beginnt der eigentliche Film. Der Protagonist Haruki, ein merkwürdiger Einzelgänger, der seiner Meinung nach zurückgezogen und unbeliebt ist, findet zufällig ein Tagebuch im Krankenhaus. Das Tagebuch gehört seiner Klassenkameradin Sakura, dem Mädchen aus der Bibliothek.
Sakura ist ein ausgelassenes, fröhliches und vor allem beliebtes Mädchen. Doch sie leidet an einer unheilbaren Bauchspeicheldrüsenerkrankung und hat, allem Anschein nach, nur noch paar Monate zu leben. Da nun außer ihrer Familie noch Jemand darüber Bescheid weiß, bittet Sakura ihn es geheim zu halten, um so lange wie möglich ein reguläres Schulleben führen zu können. Der restliche Film baut sich um die beiden Protagonisten auf, als Sakura beschließt die letzten Monate mit Haruki zu verbringen, da er sie trotz ihrer Krankheit ganz normal behandelt.

 

Die größte Überraschung an dem Drama ist, wenn man die Warnung auf der Rückseite der Blu-Ray seitens peppermint anime gelesen hat, die einem rät am besten Taschentücher zur Seite zu legen, aber dann dennoch viele lustige und aufheiternde Elemente im Film eingebaut wurden, bei denen man einen kurzen Stopp bei der Tränenproduktion einlegen kann.
Dies liegt hauptsächlich an Sakura, die sich ihrem bevorstehenden Tod sehr wohl bewusst ist und diesen auch immer wieder erwähnt, diese Tatsache jedoch mit einem dermaßen erbarmungslosem Galgenhumor wiedergibt, der wohl manchen Zuschauern Unbehagen bereiten kann. Die Beziehung der beiden ist ebenfalls unkonventionell, Sakura zwingt den namenlosen Protagonisten zuerst in eine Freundschaft mit ihr und daraufhin alle möglichen Sachen ihrer Bucket-List abzuarbeiten. Aber ihre Scherze, ihre Handlungen und die Dialoge der beiden werden im Verlauf des Films immer hinreißender und zaubern dem Zuschauer stets ein Lächeln ins Gesicht.

I want to eat your pancreas mag zwar wie ein traditionelles romantisches Drama über einen sterbenden Charakter aussehen, ist aber eine vom Herzen kommende Feier des Lebens, jeden Moments, der kleinen Dinge im Leben und Freundschaften, die sich auf unergründliche Weise bilden.


Charaktere

 

56931Haruki

ist ein gefühlskalter Einzelgänger, der mit einer sehr negativen Einstellung lebt, keinen Sinn im Leben sieht und sich am liebsten in seine Bücher vertieft. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und seine erschrocken ehrliche und direkte Art, sorgen in manchen Momenten in denen er Sakura anfangs abweißt und sie niedlich darauf reagiert für so manche Lacher. Als sich ihre Schicksale kreuzen wird sein Leben ziemlich auf den Kopf gestellt und schon bald ändert sich auch seine Sichtweise. Er muss sich Meinungen anhören auf die er vorher gerne verzichtet hätte und ist zum Schluss Sakura für alles was sie ihm gezeigt und offenbart hat dankbar.

56931Sakura

ist ein lebensfrohes Mädchen, die vor ihren Freunden und Klassenkameraden verbirgt, dass sie an einer tödlichen Krankheit leidet. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen, lebt sie jeden Tag als wäre es ihr letzter. Ihr ist es wichtig normal behandelt zu werden und nicht als Krankheitsfall abgestempelt und betüdelt zu werden. Da Haruki sie trotz ihrer Krankheit normal behandelt, macht ihn das zu einem wertvollen Menschen. Mit ihm kann sie über alles reden, worüber sie nicht mit ihren Freunden sprechen kann. Ebenfalls hilft er ihr, ihre Bucket-List abzuarbeiten und ist somit im Laufe des Films zum Dreh und Angelpunkt von Sakuras restlichen Leben geworden.


Bild und Animation

 
Das Bild des Films kommt im Standardformat 16:9 bei einer Auflösung von 1080p daher. Dabei kann das Bild mit seiner kontinuierlichen Schärfe punkten.
Filmsprachlich wurde bei I want to eat your pancreas viel mit Pastellfarben und vor allem der Farbe Pink gearbeitet, die hervorragend zu Sakura und den fortlaufend thematisierten Kirschblüten passen. Begleitet wird Sakuras Geschichte von sonnenverwöhnten Aufnahmen und hell beleuchteten Innenräume, während ihre stets von hinten beleuchtete Gestalt, die die fröhliche und helle Welt betrachtet, in der sie bald kein Teil mehr sein wird.
All das steht im Kontrast zu den dunklen und regnerischen Straßen, die Haruki oftmals herunter läuft, die durchaus sein Gemüt wiederspiegeln.
3D-Elemente wurden gut ins das Gesamtbild eingebaut und verhelfen zu einer zusammenfassend durchschnittlich guten Animation.


Sound und Synchronisation:

 
Bei I want to eat your pancreas hat man die Wahl zwischen der originalen japanischen Tonspur mit deutschen Untertiteln oder der deutschen Synchronisation. Die deutsche Sprachfassung entstand im münchener Studio opus-live, das bereits die hochwertige Vertonung der Serie Persona 5 the Animation bereitstellte.

  • Sakura – Katharina Iacobescu
  • Haruki – Karim El Kammouchi
  • Kyouko – Anke Kortemeier
  • Takahiro – Tobias Kern
  • Kaugummijunge – Felix Mayer

 
Die Synchronsprecher haben allesamt eine sehr gute Leistung hingelegt, jeder konnte die spezifischen Charaktereigenschaften seiner Rolle gut vertonen. Es gab keine Schnittfehler oder ungewöhnlich verschachtelte Dialoge. Ebenso die Emotionen der Charaktere konnten vom deutschen Cast gut eingefangen werden. Allgemein liegen der japanische sowie der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 vor. Es entsteht somit kein Raumklang, was aber nicht negativ zu bewerten ist.

Musikalisch wurde mit dem Opening Fanfare und dem Ending Haru Natsu Aki Fuyu von sumika eine sehr gute Wahl getroffen, da diese gut zu dem romantischen Drama passen. Abgesehen davon glänzt der Anime mit einem breiten Sortiment an musikalischer Untermalung, ebenfalls von der Band sumika beigesteuert.


Opening:

 

Ending:

 


Allgemeine Informationen

A Chivalry of a Failed Knight DVD Cover
Veröffentlichung: 16. September 2019

Sprache: Deutsch, Japanisch

Untertitel: Deutsch

FSK: Freigegeben ab 0 Jahren

Publisher: peppermint anime

Produktionsjahr: 2018

Spieldauer: 108 Minuten

Genre: Drama

Quellen: peppermint anime, aniSearch, Amazon
Bilder: ©peppermint anime, ©Your Pancreas Anime Film Partners, ©Amazon, ©Yoru Sumino/Futabasha Publishers Ltd 2015

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