Review: Judgment – PlayStation 4 –

   Mittwoch, 31. Juli 2019   ,
Judgment

Nach einem guten Jahr kehrt die Yakuza-Schmiede Ryu Ga Gotoku mit ihrem nächsten großen Titel Judgment zurück. Auch dieses Mal entführt uns das Studio in das fiktive Rotlichtviertel Kamurocho, in welchem wir aber nicht in die Rolle eines Yakuza, sondern in die eines gescheiterten Anwalts schlüpfen!

Erschienen ist Judgment am 25. Juni 2019 als Exklusivtitel für die PlayStation 4. Wie schon bei Yakuza 6: The Song of Life, basiert das Spiel auf der Dragon Engine. Dabei erwartet euch eine Spielwelt, nahe an der Realität, sowie ein abwechslungsreiches Gameplay. SEGA Europe hat uns ein Exemplar zur Verfügung gestellt, wodurch wir ausgiebig testen konnten, wie sich Kamurocho als Nicht-Yakuza entdecken lässt.

Achtung! Diese Review enthält Spoiler zur Handlung von Judgment!


Handlung:

Nach seinem ersten Mordprozess, konnte sich der junge Anwalt Takayuki Yagami bereits einen großen Namen machen. Seitdem er für seinem unter Mordverdacht gestandenen Mandanten einen Freispruch erwirken konnte, hagelt es in der Anwaltskanzlei Genda nur noch Anfragen, in welchen ausdrücklich nach Yagami verlangt wird. Doch sein erster Erfolg wird von einer grauenhaften Tat überschattet. Denn sein freigesprochener Mandant wird nach einer mutmaßlichen Brandstiftung aufgegriffen und erneut festgenommen. Dabei ermordete er seine Freundin. Entsetzt von diesem Tiefschlag und von großen Schuldgefühlen geplagt, hört Yagami als Anwalt auf und taucht erst einmal unter.

Takayuki YagamiVom aufstrebenden Anwalt zum Privatdetektiv.

Drei Jahre nach diesem Vorfall, im Dezember 2018, hat sich Yagami gefangen und betreibt zusammen mit dem Ex-Mitglieds des Tojo-Clans, Masaharu Kaito, eine Privatdetektei. Doch noch immer hält er Kontakt zu seiner früheren Anwaltskanzlei und erhält bald eine Anfrage, bei welcher er bei der Aufklärung eines Mordfalls helfen soll. Der Mandant wird des Mordes beschuldigt und Yagami soll nach Beweisen für dessen Unschuld suchen. Allerdings wird dieser Fall mehr aufdecken und zu Tage tragen, als Yagami und Kaito im ersten Moment gedacht haben.

Schon nach den ersten Minuten des Prologs wurde uns klar, dass uns eine wunderbar inszenierte Geschichte aus der Yakuza-Schmiede erwartet. Der Plot entwickelt sich immer mehr zu einer nervenaufreibenden Schnitzeljagd, bei welcher immer mehr Geheimnisse zu den relevanten Charakteren enthüllt werden. Außerdem könnte sich die Handlung auch sehr gut als Roman oder Verfilmung vermarkten.

Nach einer sehr langen und erfolgreichen Geschichte des Drachen von Dojima, konnte Ryu Ga Gotoku einen weiteren Protagonisten schaffen, welcher uns in seinen Bann zieht. Besonders die tragische Vergangenheit als gescheiterter Anwalt macht diesen Titel, wie auch die Vorgängerreihe zuvor, zu einem Hollywoodreifen Ausnahmetitel in der heutigen Spiele-Generation. Mit Judgment konnte SEGA und Ryu Ga Gotoku wieder genau ins Schwarze treffen, weil man fernab des Mainstream-Gamings wieder eine echt gute Story geliefert bekommt.


Gameplay:

 

Als neues Element könnt ihr Personen beschatten.

Willkommen zurück in Kamurocho, einem Kabukicho nachempfundenen Rotlichtviertel im Tokioter Bezirk Shinjuku. Nach einem Jahr Pause und dem wohl verdienten Ruhestand von Kiryu Kazuma, hat sich einiges verändert in den Straßen des Amüsierviertels. Der Tojo-Clan befindet sich im Krieg mit dem Kyorei-Clan und eine Diebesbande macht ebenfalls die Straßen unsicher. Anders als beim Vorgänger hat Ryu Ga Gotoku ein neues Element eingbaut: Ermittlungen. Dieses Element macht den größten Unterschied zur früheren Reihe aus, da man in Judgment Personen beschatten, verfolgen und verhören kann.

Außerdem sammelt ihr Beweise und müsst Tatorte genau unter die Lupe nehmen. Um euch Zugang zu wichtigen Orten zu verschaffen, könnt ihr euch verkleiden oder abgesperrte Türen mittels Dietrich öffnen. Zum Ausspionieren habt ihr außerdem eine Drohne zur Verfügung. Desweiteren sind alle Investigativskills mit Erfahrungspunkten aufwertbar. Somit hat man den Sprung von Yakuza zu Detektiv sehr gut umgesetzt und man hat das Gefühl etwas gänzlich neues zu spielen.

Auch in Judgment könnt ihr wieder die SEGA Arcades unsicher machen!

Aber auch abseits der Story erwartet euch wieder ein umfangreiches Programm. Natürlich gibt es wieder die beliebten Sub-Stories, welche im Fall von Judgment den Namen „Nebenfall“ tragen. Diese findet ihr in eurer Detektei, bei Yagamis ehemaliger Anwaltskanzlei oder auch auf der Straße. Durch das Absolvieren dieser Nebenfälle könnt ihr euch Extras, Erfahrungspunkte und Ansehen in Kamurocho erarbeiten.

Außerdem bessert ihr damit eure Tageskasse auf. Neben den Nebenfällen könnt ihr in den SEGA Videospiel-Arcades erneut einige Retrogames spielen oder die neue VR-Gaming-Area ausprobieren, bei welcher ihr auch viele nützliche Dinge freischalten und erspielen könnt. Als weitere Neuerung gibt es auch eine Drohnen-Rennszene. In dieser könnt ihr mit eurer Drohne rennen bestreiten und darüber hinaus die Drohne verbessern und umbauen.

Was wäre ein Ryu Ga Gotoku Spiel ohne actiongeladene Kämpfe!

Natürlich bleibt auch ein weiteres Kernelement erhalten: das Kämpfen! Auch hier wurden einige Dinge verändert und verbessert. So kann Yagami zwischen zwei Kampfstilen wechseln. Diese werden Kranich- und Tiger-Stil genannt. Im Kranich-Stil könnt ihr mehrere Gegner auf einmal kontrolliert bekämpfen, während der Tiger-Stil für einzelne starke Gegner sehr sinnvoll ist. Auch die Fertigkeiten für den Kampf lassen sich wieder in einem Skill-System aufbessern.

Nachdem wir mit Yakuza 6: The Song of Life Abschied nehmen mussten von Kiryu Kazuma, war es fraglich, ob Ryu Ga Gotoku diese Lücke füllen könnte. Wir finden, dass man mit Judgment einen würdigen Nachfolger geschaffen hat. Altbewährte Elemente des Yakuza-Franchises wurden übernommen und um neue interessante Features erweitert. Somit erhält man ein neues Spielerlebnis, welches sich sehr gut durchsetzen kann.

Wie schon bei den anderen Titeln des Ausnahme-Entwicklers, kann man in Judgment mehrere Stunden verbringen. Während unseres Test haben wir für die Hauptstory eine Mindestspielzeit von 40 Stunden erreicht. Mit Nebenfällen, Mini-Games und anderen Inhalten kann man bestimmt noch einmal die gleiche Spieldauer drauf rechnen.

Ryu Ga Gotoku ist auf einem guten Kurs und wir sind gespannt, was uns in den kommenden Jahren weiterhin erwarten wird. Bis jetzt scheint deren Zukunft gesichert.


Grafik:

 

Basierend auf der hauseigenen Dragon Engine, erwartet uns erneut eine detailverliebte Umgebung und Grafik, nah am Fotorealismus. Für die Rolle des Protagonisten Takayuki Yagami wurde der japanische Schauspieler Takayuki Kimura verpflichtet. Sowohl optisch, als auch sprachlich, verleiht er dem Detektiv eine charismatische Persönlichkeit, welche sehr viel Zuspruch bei uns erwirken konnte. Aber auch weitere japanische Schauspieler wurden für wichtige Charaktere beauftragt. In den Medien sehr heiß diskutiert wurde allerdings die Rolle des Yakuza Kyohei Hamura.

JUDGMENT-_Hamura_actor_comparison_post-controversyHier sieht man den Unterschied zwischen der westlichen und der japanischen Version.

Dieser wurde zuerst von Pierre Taki verkörpert. Aber aufgrund eines Vorfalls, bei welchem Taki wegen eines Drogendelikts festgenommen wurde, hat man diesen in der westlichen Version mit einem anderen Darsteller ausgetauscht. Im Vergleich zum ursprünglichen Hamura, ist der neue Look aber dennoch sehr gut umgesetzt und sehr gut auf die Rolle des Yakuzas zugeschnitten. In Japan wurde am 18. Juli ebenfalls eine Version von Judgment veröffentlicht, welche die westliche Umbesetzung von Pierre Taki beinhaltet.

Leider gab es während unseres Tests gelegentlich kleinere Einbrüche der Framerate. Dies passierte leider schon bei Yakuza 6 hin und wieder. Dennoch kann dieser kleine Markel das Gesamtbild nicht zerstören, wodurch wir dennoch bei einem sehr guten Gesamturteil bleiben. Alles in allem ist Judgment ein wahrer Augenschmaus und muss sich auch nicht vor anderen Triple-A-Titeln verstecken.


Lokalisierung:

 

SEGA Europe hat uns dieses Mal ganz schön überraschen können. Denn erstmals erscheint ein Spiel aus dem Hause Ryu Ga Gotoku mit deutschen Untertiteln. Vergangenes Jahr haben wir die unzureichende Lokalisierung bei Yakuza 6 leider bemängelt. Aber damit scheint nun Schluss zu sein. Somit können auch endlich Spieler ohne Englischkenntnisse in den Genuss der Ausnahmespiele der Yakuza-Schmiede kommen. Außerdem kann man im Dialog zwischen Japanisch und Englisch wählen. Dies hat bei uns sehr gepunktet, weil man nun die frühere Sprachbarriere durchbrochen hat. Wir hoffen, dass SEGA Europe diesen Kurs für zukünftige Spiele beibehält.


Trailer Judgment:

Allgemeine Daten:

71c92UkcJJL._SL1181_Entwickler: Studio Ryū ga Gotoku

Publisher: Sega Europe

Genre: Action-RPG

Plattform: PlayStation 4

Spieldauer: 40+ Stunden

Erscheinungsdatum: 25. Juni 2019

USK: 18

Sprache: Dialog: Japanisch, Englisch Text: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch

Quellen: SEGA Europe, Ryu Ga Gotoku
©2019 SEGA / Ryu Ga Gotoku Studio / Project Judge

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