Review: Meisterdetektiv Pikachu

   Freitag, 6. April 2018   ,
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Während viele auf die neuen Pokémon Editionen für die Nintendo Switch warten, wurde ein Pokémon-Spiel veröffentlicht, über welches immer wieder heiß diskutiert wurde. Mal hieß es, dass es super werden könnte, ein anderes Mal hörte man nur negative Kritik, da das Ganze angeblich nichts mit Pokémon zu tun habe. Die Rede ist von: Meisterdetektiv Pikachu! In diesem Spiel geht es nicht um das Fangen der beliebten Taschenmonster, oder um die Spitze der Pokémon Liga, sondern um das Lösen von Kriminalfällen mit Hilfe eines Pikachus, das eine Vorliebe für guten Kaffee hat. Es hat somit keine Rollenspiel-Elemente, sondern ist ein Adventure. Ob das Spiel zu überzeugen weiß und das Lösen von Rätseln in einer Welt voller Pokémon Spaß macht, erfahrt ihr in unserer Review!

Story:

Willkommen in Ryme City!

In dem Spiel geht es um die Suche von Harry, dem verschollenen Vater des Protagonisten Tim Goodman. Seine Suche möchte er in Ryme City beginnen, da der Vater dort zuletzt in der Detektei Baker gearbeitet hat. Kaum an seinem Zielort angekommen, wird er in einen Diebstahl verwickelt. Griffel drehen durch, klauen einem kleinen Mädchen ihre Kette und richten in der Stadt Chaos an. Zu dem Zeitpunkt taucht auch der selbsternannte Meisterdetektiv Pikachu auf und versucht sich mit Tim zu verständigen. Das Kuriose: Während alle anderen nur die Laut „Pika, Pika“ vernehmen, kann Tim Pikachu ganz normal verstehen. Und so beschließen beide fürs Erste zusammenzuarbeiten, um die gestohlene Kette ausfindig zu machen und das Rätsel um die wild gewordenen Griffel zu lösen.

Ryme City - Das Abenteuer beginnt!

Ryme City – Das Abenteuer beginnt!

Die Geschichte nimmt langsam aber stetig Fahrt auf

Während der Beginn des Spiels noch recht locker zu geht und mehr als Tutorial dient, nimmt die Geschichte zwar langsam, aber immer mehr an Fahrt auf. Ist das erste Drittel erst einmal geschafft, wird es richtig interessant, denn wie sich herausstellt, ist Tims Vater einem großem Verbrechen auf die Spur gekommen und nicht umsonst verschwunden. Pikachu war damals Harrys Partner, hat aber durch einen Unfall keine Erinnerung mehr an seine Zusammenarbeit mit ihm. Während der Suche nach Harry häufen sich mysteriöse Fälle und unser neues Detektiv-Duo muss sich allerlei Gefahren, Rätseln und kuriosen Gestalten stellen.

Die Story ist ernster als zuerst gedacht

Bevor ich das Spiel das erste Mal gestartet habe, dachte ich, dass Pokémon und Kriminalfälle bestimmt nicht ernst rüberkommen könnten und das Ganze eher an die jüngere Fanbase gerichtet ist, die hier und da mal gerne ein kleines Rätsel mithilfe des gelben Maskottchens löst. Ich wurde eines besseren belehrt. Die Story ist ernster als gedacht und war immer recht spannend für mich. Auch die im Spiel anzutreffenden Taschenmonster sind in keinster Weise nicht ernst zu nehmen, sondern erfüllen gut ihre Rollen und passen gut in die jeweiligen Situationen. Trotz der doch ernsteren Story-Line gibt es immer wieder lockere Momente. So ist unter anderem eine Anlaufstelle unserer beiden Detektive das Hi-Hat Café unter der Detektei Baker, welche wir zwischen einzelnen Fälle besuchen, um Infos auszutauschen oder einfach nur ein Tässchen Kaffee zu trinken, welchen Pikachu so liebt.

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Die Freude über eine Tasse Kaffee kann Pikachu nicht verbergen

Gameplay:

Im Spiel müssen durch verschiedene Aufgaben Fälle gelöst werden. Diese bestehen ausMeisterdetektivPikachu_04-pc-games Personen befragen, Beweise und Anhaltspunkte sammeln, Ermittlungen anstellen. Letzteres dient dann immer zur Lösung eines bestimmten Abschnitts. So wird z.B. zu Beginn des Griffel-Falls eine Ermittlung bezüglich des Verbleibs der gestohlenen Kette angestellt, welche dann mithilfe von Zeugen oder Beweisen gelöst werden muss. Erst dann geht es in der Story weiter. Das Ganze ist leider recht simpel gehalten und wirklich nicht fordernd. Meistens kommt man schon vorher auf die Lösung, ist dann aber noch gezwungen z.B. bestimmte Personen zu befragen, damit man die Ermittlung abschließen kann. Das macht das ganze Spiel, welches übrigens in Kapiteln aufgeteilt ist, noch linearer als es eigentlich schon ist. Dazu kommt dann auch noch euer Partner Pikachu, welcher euch immer wieder Tipps gibt. Insgesamt sind es aber wirklich zu viele. Im Endeffekt kann man gar nichts mehr falsch machen und macht man es dann doch, dann passiert nicht viel, außer dass Pikachu meint, dass es nicht richtig sei und wir was anderes probieren sollten. Letztlich könnte man wie verrückt alles ausprobieren – irgendwann klappt es dann doch. Ergänzend zum Lösen der Rätsel gibt es QTE (Quick-Time-Events), welche zwar sehr cool inszeniert sind, aber schon fast lächerlich leicht sind. So gilt es lediglich die A-Taste zu benutzen und dann in nur zwei verschiedenen Ausführungen. Einmal muss man den richtigen Moment abwarten und A drücken, oder man muss die Taste ganz schnell hintereinander drücken. Mehr nicht. Und für die Aktionen hat man dann noch alle Zeit der Welt. Ich habe einmal spaßeshalber nichts gedrückt um zu sehen was passiert und war nicht überrascht als eigentlich nicht mehr passierte, als mir einen neuen Versuch zu geben. Auch hier kann man also nichts falsch machen und hat unendlich Versuche ohne jegliche Konsequenzen.

Leider keinerlei richtige Herausforderung vorhanden

Unterm Strich kann man hier sagen, dass das gesamte Spiel viel zu leicht ist, obwohl ich auf normal gespielt habe. Ihr fragt euch jetzt was ich mit „normal“ meine? Richtig – es gibt tatsächlich einen einfachen Modus. Ich bin froh diesen nicht genutzt zu haben. Ganz besonders für Pokémon-Kenner sind einige Rätsel binnen Sekunden gelöst, was wirklich schade ist. Obwohl das gesamte Spiel zu leicht ist, machen die Ermittlungen, Befragungen etc. trotzdem Spaß, während die QTE einfach nur unnötig sind und einfache Cutscenes da dann doch gereicht hätten. Wären diese jedoch fordernder gewesen, hätte es es Spaß machen können.

Grafik:

Ich habe zu Testzwecken einmal auf dem Nintendo 2DS XL und auf dem normalen 2DS gespielt,

Auf dem 2DS XL sind solche Szenen leider nicht so schön anzusehen

Auf dem 2DS XL sind solche Szenen leider nicht so schön anzusehen

bin am Ende dann aber bei dem normalen 2DS geblieben. Das Ganze hat damit zu tun, dass mir das Spiel einfach viel zu pixelig auf den großen Bildschirmen war und viel schöner auf dem normalen wirkte, auch wenn es da schon teils hart an der Grenze war. Nichtsdestotrotz hat mir der Stil des Spiels sehr gefallen, genau wie die Umgebungen. Auch Pokemon und Hauptpersonen waren immer stimmig und sahen gut aus, was man von den Nebencharakteren nicht behaupten kann. Zu Beginn des Spiels war ich wirklich entsetzt, wie „hässlich“ Nebenpersonen im Gegensatz zu Schlüsselfiguren waren und man sofort sah wer wichtig und wer nicht wichtig ist. Da man trotz allem mit diesen Charakteren interagieren muss, da diese auch teils zum Lösen der Fälle beitragen, finde ich es schade, dass man diese NPCs zu lieblos gestaltet hat. Das hätte echt nicht sein müssen.

Pikachu ist charmanter denn je!

Das grafische Highlight gab es für mich bei den dynamischen Cutscenes, die immer schön anzuschauen waren und vor allem bei den Pikachu-Sequenzen. Hier kann man mithilfe eines Pikachu-Feldes auf dem Touchscreen oder der X-Taste eine Sequenz mit Pikachu aufrufen, die entweder zur reinen Unterhaltung dient oder zum Lösen des Falls beiträgt. In beiden Fällen sind die Szenen jedoch amüsant und ab und an musste ich sogar schmunzeln. Das Ganze spielt sich dann auf dem oberen Bildschirm ab und holt nochmal alles aus Nintendos Handheld-Konsole raus. Gestik und Mimik sind immer sehr ausdrucksstark und flüssig. Wer sich nicht satt gesehen hat, der kann sich im Hauptmenü bereits freigespielte Sequenzen immer wieder ansehen. Sollte man den Amiibo besitzen, kann man alle sofort freischalten. Da wir diesen aber leider nicht zur Verfügung gestellt bekommen haben, können wir nicht sagen, wie viele Pikachu-Sequenzen verpasst wurden oder wie viele es insgesamt gibt.

Sound:

An der Musik im Spiel gibt es nichts auszusetzen. Jeder Titel passt immer zu den jeweiligen Orten und Situationen. Besonders gut gefallen hat mir die Musik, die einsetzt, sobald man einen Fall aufklärt. Die Musik untermalt in diesen Situationen immer die mysteriöse Stimmung nochmal zusätzlich stark. Auch sehr gut gefallen hat mir die musikalische Untermalung in den hektischen Cutscenes, in denen man z.B. eine Verfolgung sieht.

Allgemeine Daten:

meisterdetektiv-pikachu_6023553 Entwickler: Creatures Inc.

Publisher: The Pokémon Company

Genre: Adventure

Plattform: Nintendo 3DS

Spieldauer: 12 – 14 Stunden

FSK: 0

Erscheinungsdatum: Seit dem 23. März 2018 erhältlich

Sprache: Japanisch oder Englisch mit deutschen Bildschirmtexten

 

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