Review: Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs

   Mittwoch, 28. März 2018   ,
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Lange hat es gedauert, nun ist es endlich soweit und man darf sich wieder auf eine magische Reise begeben, denn Ni No Kuni 2 ist seit dem 23.03.2018 erhältlich. Wir hatten die Möglichkeit das Spiel schon vorher ausgiebig für euch zu testen und werden euch in der folgenden Review sagen, ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat und ob der Titel die hohen Erwartungen der Fans des ersten Teils gerecht werden kann.

Story:

Ni No Kuni 2 spielt Jahrhunderte nach den Ereignissen des ersten Teils, was durch gewisse Anspielungen im Bezug auf Oliver und Co. nochmals verdeutlicht wird. Trotz des Bezuges auf den ersten Teil, muss man diesen nicht kennen um die Story des zweiten Teils zu verstehen.

Durch einen Putsch nimmt die Reise ihren Lauf

roland

Roland staunt nicht schlecht, als er sich verändert wiederfindet

Zu Beginn der Handlung wird im Königreich Katzbuckel ein Putsch verübt. Hier leben normalerweise Katzenwesen, die Miez, Mauswesen, die Mauß und Menschen friedlich zusammen. Doch der momentane König Leopold, ein Miez, wird von seiner rechten Hand Ratoleon, einer Mauß, hinterhältig ermordet. Das nächste Ziel ist der eigentliche Thronfolger Evan, der Sohn von König Leopold, welcher von all dem noch nichts weiß. Währenddessen sehen wir, wie Roland, der Präsident aus der Parallelwelt, zu einem Gipfeltreffen fährt. Während der Fahrt fliegt eine Rakete über ihn hinweg und detoniert in der Stadt, was zu einem Autounfall führt. Geschwächt rafft sich Roland auf und wird prompt wegteleportiert und findet sich – wer hätte es gedacht – in Evans Zimmer wieder. Roland ist wieder jünger und weiß nicht was passiert ist, während Evan sich bedroht fühlt und die Wachen zur Hilfe ruft. Die Wachen jedoch wollen diese Chance nutzen und Evan umbringen, was durch Roland verhindert werden kann. Evan und Roland haben keine andere Wahl als zusammenzuarbeiten und aus dem Schloss zu fliehen.

Story weniger packend als beim Vorgänger

Leider bekommt man statt Animeszenen nur noch solche Bilder zu sehen

Leider bekommt man statt Animeszenen nur noch solche Bilder zu sehen

Auch wenn die Story wirklich nicht schlecht ist, so kann diese mit der des ersten Teils nicht mithalten – gerade was die Dramatik angeht. Wer den ersten Teil kennt, weiß auf welche Punkte ich mich hier beziehe. Zudem werden viele Sachen schnell abgerattert und hätten meines Erachtens nach etwas mehr ausgeschmückt werden können. Auch, dass hier nicht eine einzige Anime-Sequenz auftaucht, was dem Studio Ghibli Ausstieg zu verdanken ist, nagt nochmal ordentlich am Charme. Solche Animationen hätten einige Storyelemente vielleicht schöner verpackt.

Die Story und ihre Darstellung sind gut, aber wenn man sich den ersten Teil zum Vergleich heranzieht, so erkennt man auf Anhieb die Schwächen. Es fehlt einfach etwas.

Gameplay:

Viel Abwechslung vorhanden

Wir werkeln an unserem neuen Königreich

Wir werkeln an unserem neuen Königreich

Neben der Hauptstory kann man noch sehr viel anderes erleben. So gibt es eine Menge Nebenquests, die euch auch beim Abschluss ordentlich belohnen. Das gilt natürlich nur, wenn man das Ganze auch immer neben der Hauptstory macht. Sollte man das Spiel durchhaben und dann alles abarbeiten, dann bringen einem die Belohnungen natürlich auch nichts mehr. Aber für genug Motivation zum Abarbeiten neben der Hauptstory ist auf jeden Fall gesorgt, denn später muss man sich ein neues Königreich aufbauen und durch Nebenquests bekommt man dann neue Bewohner, genannt „Talente“, die in verschiedenen Einrichtungen arbeiten können, um zum Beispiel Waffen zu schmieden, Zauber zu erforschen oder Rohstoffe zu besorgen. Der Aufbau des Königreichs hat mir sehr viel Spaß gemacht und Unmengen an Stunden gefressen. Ich saß teilweise zwei Tage an Nebenquests und dem Königreich, bevor ich die eigentliche Handlung weiter in Gang setzte.

Eine weitere schöne Neuerung sind die Militäreinsätze, die im Laufe des Spiels hinzukommen.

Ein Militäreinsatz beginnt

Ein Militäreinsatz beginnt

Man baut sich eine Truppe aus vier spezifischen Einheiten auf ( Bogenschützen, Schwertkämpfer etc. ) auf und zieht damit aus der Vogelperspektive in die Schlacht. Manches gehört zu Hauptquests, manches zu Nebenquests, dennoch macht es in beiden Fällen Spaß und wird auch gut belohnt. Die Truppen, die man hat, kann man immer wieder neu zusammenstellen und das Repertoire erweitert sich durch neue Talente für das Königreich. Die Truppen erlangen auch pro Einsatz Erfahrung, was sie stärker für die nächste Schlacht macht. Im Königreich kann man zusätzlich auch noch Verbesserungen erwerben und sich Vorteile verschaffen.

Kampfsystem einsteigerfreundlicher als beim ersten Teil

Hier haben wir die durch die richtige Opfergabe ein Gnuffi beschworen

Hier haben wir durch die richtige Opfergabe ein Gnuffi beschworen

Was das Kampfsystem angeht, so hat man hier keine Kreaturen mehr, die man zum Kämpfen bewegt, sondern bekommt Naturgeister im Verlauf des Spiels, welche den Namen „Gnuffi“ tragen. Diese unterstützen einen, während man in alter Hack’n’Slay Manier die Gegner bearbeitet. Es gibt verschiedene Arten dieser Geister, mit unterschiedlichem Charakter und Element sowie verschiedenen Fähigkeiten. Während bestimmte Gnuffis eher die Rolle eines Supporters einnehmen und den Angriff z.B. steigern, greifen andere mit einem Hammer oder einer Kanone an. Neben diesen nützlichen Faktoren werfen die kleinen Wesen dann auch noch mitten im Kampf „Gnuffkugeln“, die euch unter anderem heilen können. Und als wäre das nicht genug, so hat man später auch die Möglichkeit, neue Gnuffis zu erschaffen, an Obelisken dank einer Opfergabe zu beschwören und jeden einzelnen zu leveln. Es gibt hier zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten, so dass man das passende Team für sich zusammenstellen kann.

Auch was die Waffenvielfalt angeht, so hat sich hier einiges getan. Es gibt diesmal sehr viele

Roland bekommt neue Waffen ausgerüstet

Roland bekommt neue Waffen ausgerüstet

Items (die Betonung liegt auf sehr viele!) und darunter natürlich auch Unmengen an Waffen. Jeder Charakter kann drei Nahkampfwaffen zur gleichen Zeit mit sich führen plus einer Schusswaffe. Im Kampf kann man dann zwischen diesen drei Waffen switchen, um sich einen Vorteil gegen bestimmte Gegner zu verschaffen. Jede Waffe hat dabei auch noch eine Aufladeanzeige. Sollte diese voll sein, so hat die Waffe eine größerer Durchschlagskraft und teilt noch mehr Schaden aus. Neben den drei Waffen kann jeder Charakter dann auch noch vier Fähigkeiten mit sich tragen, welche entweder Angriffe sind, oder aber auch z.B. heilen können.

Aufgrund dieser verschiedenen Faktoren bleiben die Kämpfe stets dynamisch und gehen flüssig von der Hand. Es gibt keinerlei Frustmomente, denn die Kämpfe laufen stets fair ab. Sollte man an einer Stelle nicht weiterkommen da man sich für einen Kampf nicht gewidmet fühlt, so kann man auch werteverändernde Talismane oder Ringe ausrüsten und später die komplette Ausrüstung verbessern.

Grafik:

Willkommen in Goldorado, der Stadt des Glücksspiels

Willkommen in Goldorado, der Stadt des Glücksspiels

Die Grafik ist sehr schön, genau wie die Umgebungen und Charaktere. Das liegt aber auch daran, dass Menschen mit an dem Titel gewerkelt haben, wie z.B. der Designer Yoshiyuki Momose (u. a. Chihiros Reise ins Zauberland). Auch wenn mir nicht alle Umgebungen gefallen haben, liegt das lediglich am persönlichem Geschmack und nicht daran, dass sich keine Mühe gegeben wurde. Was meiner Meinung jedoch nicht auf alles zutrifft. So wird man später Zugang zu bestimmten Dungeons ( Wälder, Höhlen etc. ) haben und möchte natürlich am besten alle erkunden. Verfolgt man dieses Ziel stets so wird einem auffallen, dass nach spätestens dem dritten Dungeon die Luft raus ist, da die Umgebungen immer so ziemlich die gleiche Struktur aufweisen und auch teilweise lieblos gestaltet und/oder leer sind. Hier kommt das Gefühl von „Hier zählte wohl Quantität statt Qualität“ auf.

Sound:

Was die Musik betrifft, so spielt der Titel wieder ganz vorne mit. Komponist Joe Hisaishi (u. a. Prinzessin Mononoke) hat hier wieder ganze Arbeit geleistet und die Musik ist immer sehr stimmig und fügt sich super in die jeweiligen Szenarien ein. Ob es ein Kampf ist, das Erkunden von bestimmten Landschaften oder Cutscenes ist, die einzelnen Titel passen stets. Besonders das Lied aus Bosskämpfen ist sehr episch und vermittelt die richtige Stimmung zum Kämpfen. Sollte jemanden ein bestimmter Track sehr gut gefallen, dann kann man sich diesen auch noch später anhören, sollte man denn auch die passende Partitur gefunden haben. Partituren sind Sammelgegenstände, die man von bestimmten Gegnern oder Auftraggebern erhält, um sie in seinem Königreich einem ganz speziellem Talent geben zu können. Das Talent fungiert als Musikant und muss auch noch angeworben werden.

Allgemeine Daten:

 

466045_ps4_bGenre: JRPG

Plattform: PlayStation 4, PC

Spieldauer: Rund 60 – 70 Stunden

FSK: 12

Erscheinungsdatum: 23. März 2018

Sprache: Japanisch oder Englisch mit deutschen Bildschirmtexten

 

 

 

 

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