Review: Rainbow: Die Sieben von Zelle Sechs Vol.1 Blu-Ray

   Sonntag, 28. Juli 2019   ,

Was passiert wenn der Krieg vorbei ist? Wie geht es den Hinterbliebenen? Mit dieser Thematik aus einer anderen Sicht haben sich George Abe und Masasumi Kakizaki in ihrem Nachkriegsdrama beschäftigt. 

Rainbow: Die Sieben von Zelle Sechs wurde in Japan von 2003 bis 2010 publiziert und umfasst satte 22 Sammelbände. Das renommierte Animestudio Madhouse nahm sich dieser Geschichte an und produzierte das 26 – teilige Gefängnisdrama unter der Regie von Hiroshi Kojina, welcher bereits bei Serien wie Hunter x Hunter im Regiestuhl saß.

Die Verantwortlichen von Universum Anime konnten sich die Rechte zum Anime hierzulande sichern und veröffentlichten das erste Volume von diesem am 26. 07. auf DVD und Blu-Ray.

Ob uns der Anime Rainbow: Die Sieben von Zelle Sechs überzeugen konnte, das erfahrt ihr in der Review.

Achtung! Diese Review kann Spoiler zur Handlung und den Charakteren enthalten!


Handlung:

 
Nachkriegsjapan war eine brutale Zeit. Im Jahre 1955, rund ein Jahrzehnt nach dem zweiten Weltkrieg ist das Land von Armut und Kriegsschäden zerrüttet. In dieser Zeit treffen sechs Jugendliche in einer Art „Besserungsanstalt“ aufeinander, die sich noch als Hölle auf Erden erweisen soll.

In dieser „Besserungsanstalt“ werden Jugendliche für ihre Verbrechen gestraft und wieder auf den richtigen Weg geführt – zumindest sieht es so von außen aus. Das innere der „Erziehungsanstalt“ ist nicht das was die Jugendlichen erwartet haben.  Tag für Tag sehen sie sich hilflos dem grausamen Regime eines pädophilen Arztes und eines sadistischen Wärters ausgeliefert.

Aber selbst an so einem Ort gibt es ein Licht der Hoffnung, personifiziert durch den Zellengenossen Sakuragi. Er bringt den Frischlingen schnell bei, wie man durch den knallharten Gefängnisalltag kommt und dass das Leben doch etwas wert ist.


 
Rainbow ist brutal, nichts für schwache Nerven. Das Produktionsteam warnt sogar vor jeder Episode, dass die Brutalität und Verderbtheit, die man sehen wird auf dem damals aktuellen Stand war und es eine Missachtung wäre diese zu verbergen. Die erste Erfahrung in der Besserungsanstalt ist, dass der Arzt einen Zellengenossen vor den Anderen verletzt, indem er ihm eine Glasröhre in den Hintern schiebt. Der Arzt hat eine unecht sanfte Stimme, welche einen schaudern lässt und unangenehme Gänsehaut verschafft.

Tag eins in der Zelle schlägt Sakuragi das Ego der anderen Sechs, um Demut zu lehren. Das Überleben der „Stärkeren“ ist das einzige Naturgesetz, das in dieser „Erziehungsanstalt“ eine Rolle spielt. Er wird zu einem Vorbild für die Anderen und vereint die Gruppe in einer Freundschaft, bei der selbst die Hölle gefriert. Diese Chemie zwischen den Jungs macht Rainbow nicht nur fesselnd, sondern entfacht sämtliche Emotionen. Man fiebert regelrecht mit den Insassen aus Zelle Sechs mit und bangt jederzeit um ihr Leben. Jeder trägt mit seiner Persönlichkeit was zur Gruppe bei. Der kleine, aber geschäftstüchtige „Schildkröte“ hat eine liebenswerte Überheblichkeit an sich. „Kohlkopf“ ist ein freundlicher Riese, „Soldat“ ist diszipliniert, „Aufgeflogen“ deckt nach kleinen Komplikationen deren Rücken und Mario weist pure Loyalität auf. Jeder Charakter in Rainbow ist einzigartig und unvergesslich. Schon in den ersten Folgen des Anime kann man das Band zwischen ihnen wachsen sehen und man ist definitiv gespannt was der graue Gefängnisalltag in den weiteren Volumes ihnen abverlangt.
 


Charaktere:

 
Yokosuka „Jo“ Jou – ist der erste unter den Protagonisten. Er versucht stets die Stimmung zwischen den Zellengenossen aufrecht zu erhalten und kümmert sich extrem gut um seine neu gefundenen Freunde.

Tooyama „Soldat“ Tadayoshi – „Soldat“ ist ein Macho-Typ. Er wehrt sich gegen alles und jeden, um die Menschen zu schützen, die ihm wichtig sind. Er möchte sich eines Tages der Armee anschließen, um seinem Spitznamen gerecht zu werden.

Nomoto „Aufgeflogen“ Ryuuji – „Aufgeflogen“ ist eine interessante Persönlichkeit. Er denkt viel über Geld und Gewinn nach und handelt dementsprechend. Dennoch nimmt er eher die Rolle eines Beobachters ein, ergreift aber auch Maßnahmen, falls diese erforderlich sind.

Maeda „Schildkröte“ Noboru – „Schildkröte“ ist ein Kerl mit wirklich großem Herz. Er mag klein sein, ist aber schlau wie ein Fuchs und hat immer ein Ass im Ärmel.

Matsuura „Kohlkopf“ Mansaku – „Kohlkopf“ oder bekannt als sanfter Riese. Vielleicht zu sanft für sein eigenes Wohl und dennoch oftmals nicht in der Lage die Ruhe zu bewahren.

Minakami Mario – Wenn Menschen über den japanischen Geist Yamato Damashii sprechen, sind leute wie Mario gemeint. Er hasst es, dass man sich über ihn lustig macht und weist einen sehr starken Willen auf. Desweiteren würde er für niemanden einen Rückzieher machen, egal um welchen Preis. Bereits in den ersten Folgen sieht man eine Entwicklung seines Charakters. Er wird vernünftiger, ist im groben und Ganzen aber immer noch der Mann, der er am Anfang war. Mario ist vermutlich der interessanteste Charakter von Zelle Sechs und derjenige, der den größten Respekt für „An-chan“ hat.

Sakuragi Rokurouta – „An-chan“ ist jemand, der sich um seine neu gewonnen Freunde kümmert, was während der ersten Folgen immer wieder zu sehen ist. Er stellt für sie eine Art großer Bruder da, womöglich begründet durch den kleinen Altersunterschied. Besonders vom sadistischen Gefängniswärter Ishihara wird er ins Visier genommen, dem es Spaß macht, ihm das Leben zur Hölle zu machen und vor allem verhindern will, dass Sakuragi je die „Erziehungsanstalt“ verlässt.

Sasaki Gisuke – Sasaki ist der Besserungsarzt in dieser sogenannten „Besserungsanstalt“. Er ist interessiert an schönen Jungen, besonders „Jo“ aus Zelle Sechs hat es ihm angetan. Er ist schlau, dennoch gruselig und leichtsinnig.

Ishihara – Ishihara ist der bereits erwähnte sadistische Gefängniswärter, der in dem Bereich zuständig ist, in dem die Protagonisten inhaftiert sind. Besonders Sakuragi ist ihm ein Dorn im Auge.


Bild und Animation:

 
Das Bild des ersten Volumes der Serie kommt im Standartformat 16:9 bei einer Auflösung von 1080p daher. Punkten kann das Bild weiterhin mit seiner Schärfe.

Auch filmsprachlich ist der Anime gut gelungen. Der Anime wurde in recht kühlen Tönen und die Charakterdesigns in einem realistischen Stil gehalten, welches gut zum Setting und dem grauen Gefängnisalltag passt. Trotz, dass der Kunststil zur allgemeinen Stimmung und dunklem Thema der Serie passt, ist der Anime eher eines von Madhouse durchschnittlichen Werken. Was aber nicht weiter schlimm ist, da der Thematik eine höhere Gewichtung zugetragen wird.

Dennoch schafft es Madhouse dem Zuschauer durch die Atmosphäre und den malerischen Standbildern, welche in Schlüsselmomenten gezeigt werden, jegliche Emotionen hervorzulocken.


Sound und Synchronisation:

 
Bei Rainbow: Die Sieben von Zelle Sechs hat man die Wahl zwischen originaler japanischer Tonspur mit deutschen Untertiteln oder der deutschen Synchronisation. Die deutsche Sprachfassung entstand beim Berliner Studio EuroSync GmbH, das bereits die hochwertigen Vertonungen der Serien Made in Abyss und Terror in Tokio bereitstellte. Auch der deutsche Cast ist erstklassig besetzt.

  • Sakuragi – Fabian Oscar Wien (u.a. Bixlow in Fairy Tail)
  • Mario – David Turba (u.a. Koyomi Araragi in Bakemonogatari)
  • Maeda – Hannes Maurer (u.a. Shouhei Yoshida in Oh! My Goddess)
  • Nomoto – Tommy Morgenstern (u.a. Son Goku in Dragonball Z)
  • Matsu’ura – Jesco Wirthgen (u.a. Itaru Hashida in Steins;Gate)
  • Toyama – Sebastian Schulz (u.a. Welf Crozzo in DanMachi)
  • Jo – Dirk Petrick (u.a. Nishiki Nishio in Tokyo Ghoul)

 
Die Synchronsprecher haben allesamt eine sehr gute Leistung hingelegt, jeder konnte die spezifischen Charaktereigenschaften seiner Rolle gut vertonen. Es gab keine Schnittfehler oder ungewöhnlich verschachtelte Dialoge. Ebenso die Emotionen der Charaktere konnte vom deutschen Cast gut eingefangen werden. Allgemein liegt der japanische, sowie deutsche Ton in DTS HD Master 2.0 vor, es entsteht somit kein Raumklang, was aber nicht negativ zu bewerten ist.

Musikalisch wurde mit dem Opening „We’re not alone“ von coldrain und dem Ending „A far-off Distance“ von Galneryus eine sehr gute Wahl getroffen. Für das Opening wurde ein schneller von Metal und Deathcore geprägter Song gewählt, der gut als Kampf gegen das sadistische Regime der Jungs von Zelle Sechs gesehen werden kann. Das Ending hingegen ist wie üblich ruhiger und melodisch aufgebaut. Es versprüht Hoffnung und das Licht, welches die Zellengenossen in ihrer Inhaftierung im grauen Gefängnisalltag so dringend suchen.


Opening:

 

Ending:

 


Extras:

 
Universum Anime veröffentlicht Rainbow: Die Sieben von Zelle Sechs ab dem 26. Juli auf insgesamt vier DVD- und – weltweit erstmals – Blu-Ray Volumes. Volume 1 mit den Episoden eins bis sechs hält als Extras, neben einem textless Opening und Ending auch ein special Booklet mit Episodenguide bereit.


Allgemeine Informationen

A Chivalry of a Failed Knight DVD Cover
Veröffentlichung: 26. Juli

Sprache: Deutsch, Japanisch

Untertitel: Deutsch

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Publisher: Universum Anime

Produktionsjahr: 2010

Spieldauer: ca. 138 Min./ ca. 144 Min.

Genre: Thriller, Nachkriegsdrama

Quellen: Universum Anime, aniSearch, Amazon
Bilder: ©Universum Anime, ©MADHOUSE (Animation Production), VAP (Production), Techno Sound (Music Production) ©Ninotakutv

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