Review: Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux (3DS)

   Freitag, 20. Juli 2018  
Unbenannt-1

Über 25 Jahre begeistert das Shin Megami Tensei Franchise Fans des Rollenspielgenres weltweit. Sozusagen als Geschenk an seine Fans gab Entwickler Atlus zum 25ten Jubiläum der Reihe ein Remake einer der älteren Teile bekannt. Dabei handelt es sich um das Nintendo DS Spiel „Shin Megami Tensei: Strange Journey“, welches nunmehr auf dem Nintendo 3DS unter dem Namen „Shin Megami Tensei: Strange Journey (Redux)“ in einer neueren, verbesserten Version spielbar ist.
Wir haben das Spiel für euch auf Herz und Nieren getestet und ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr in dieser Review!

Achtung: Das Spiel setzt Englischkenntnisse voraus! Es ist keine deutsche Fassung vorhanden.

 


Handlung

Die Zukunft der Erde ist bedroht, denn die Menschheit sieht sich einer nie da gewesenen Gefahr entgegengestellt: In der Antarktis ist eine Art räumliche Verzerrung aufgetreten, die nach und nach das Land verschlingt. Niemand weiß worum es sich bei der Verzerrung handelt oder wie man sie aufhalten kann. Forschungsroboter, die in diese schwarze Materie geschickt wurden, zeigen Bilder einer surrealen unbekannten Welt, bevor sie das Signal verlieren und für immer verschwinden.

.

schwarzwelt

Die Verzerrung an der Antarktis breitet sich aus.

 

Die hellsten Köpfe weltweit sind sich einig; wenn nichts getan wird, wird sich die Verzerrung weiter ausbreiten und binnen kürzester Zeit ganze Kontinente verschlingen. Um mehr Informationen zu sammeln und vielleicht eine Lösung für das Problem zu finden, beschließt die USA zusammen mit einigen Freiwilligen anderer Länder einen Forschungstrupp in diese „Schwarzwelt“ zu entsenden. Ziel der Mission ist es möglichst viele Informationen zu sammeln und einen Weg zu finden wie man die Verzerrung loswerden kann. Der Forschungstrupp , bestehend aus Soldaten und Wissenschaftlern, begibt sich auf seine gefährliche Reise in die Schwarzwelt, doch bereits bei Ankunft wird klar, dass die Menschheit dieser Sache wohl nicht gewachsen zu sein scheint. In den skurrilen Ebenen der Schwarzwelt herrschen schreckliche Dämonen, die den Forschungstrupp nicht gerade herzlich willkommen heißen. Nun geht es plötzlich nicht mehr um’s Informationen Sammeln, sondern um’s nackte Überleben.‘
.

.

erer

Der Forschungstrupp begibt sich auf die Reise.

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines namenlosen UN-Soldaten, der sich freiwillig gemeldet hat, um der Forschungsmission beizutreten. Wie jeder andere, erhält auch er bei seiner Reise einen Demonica-Anzug, der vor technischen Möglichkeiten nur so strotzt und ihm auf seiner Mission helfen soll. Bald bemerkt der Spieler jedoch, dass er neben dem Demonica-Anzug noch eine mysteriöse App erhalten hat, welche es ihm ermöglichen soll Dämonen zu beschwören, insofern er mit diesen vorher einen Pakt geschlossen hat. Mittels dieser mysteriösen App gelingt es dem Spieler sich in der gefährlichen Schwarzwelt zu behaupten und weiter an seinem Auftrag, der Rettung der Menschheit, zu arbeiten. Doch ist es die Menschheit wirklich wert gerettet zu werden?

.

erer

Der Spieler legt seinen DEMONICA-Anzug an.

.
Die Handlung von Shin Megami Tensei: Strange Journey (Redux) ist sehr schwermütig und wiegt heftig auf den Schultern des Spielers. Das Spiel generiert – wie für ein Shin Megami Tensei Spiel üblich – eine apokalyptische Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Passend dazu ist die Handlung extrem verzwickt und verzweifelt, gibt kaum Anlass dazu auf einen guten Ausgang des Spiels zu hoffen. Dennoch gibt es mehrere Möglichkeiten das Spiel zu gestalten:
So gibt es drei Routen, die der Spieler anstreben kann: Chaos, Neutral und Gut.
Je nachdem welche Entscheidungen der Spieler über den Verlauf der Geschichte trifft, ändert sich ihr Ende. Wobei die erste Entscheidung schon dabei beginnt welche Dämonen man mit sich führt, da die Gesinnung dieser einen hohen Einfluss auf die eigene hat.
Je weiter man in die Schwarzwelt eintaucht, desto mehr taucht man auch in die Abgründe der menschlichen Psyche ein. Nicht selten stellt sich die Frage, ob die Rettung der Menschheit überhaupt erstrebenswert ist.

Es liegt also wirklich an euch was mit der Menschheit geschieht und wie die Sache letztlich ausgeht. Bis dahin erwarten euch jedoch viele Stunden in einer verketteten und innovativen, apokalyptischen Geschichte.
.

37400854_2322669211091717_2528516537862586368_n

Sind Menschen würdig gerettet zu werden?

Intro zum Spiel:


Gameplay

Wie es sich für einen guten Soldaten gehört, besteht euer Leben fast ausschließlich daraus Missionen zu erfüllen, die euch irgendjemand auf’s Auge drückt. Dabei kann es sich sowohl um Hauptquests handeln, die die Geschichte voran treiben, aber auch um Nebenquests, die nur für Erfahrung und eine nette Abwechslung zum apokalyptischen Chaos sorgen.
Sobald ihr mit einer Mission losgeschickt worden seid, habt ihr die Möglichkeit die verschiedenen, bisher freigeschaltenen Ebenen der Schwarzwelt zu betreten und dort euer Ziel zu verfolgen.

.

Dämonen überall

Die Bewohner der Schwarzwelt sind gefürchtete Dämonen, welche euch zumeist nicht friedlich gesinnt sind. Sobald ihr euch von eurem Schiff fortbewegt, sind sie daher auf euren Fersen. Mittels einer Anzeige in eurem Demonica-Anzug lässt sich abschätzen, wann eine Begegnung mit einem Dämon ansteht. Wenn es dann soweit ist und ihr einer dieser Kreaturen gegenübersteht, kommt es zum Kampf. Dabei habt ihr mehrere Möglichkeiten.
Zum Einen beschwört ihr eure eigenen Dämonen und/oder Teammitglieder, die sich waghalsig für euch in den Kampf stürzen; zum Anderen könnt ihr aber auch versuchen mit dem Feind zu verhandeln. Dies geschieht, indem ihr zuerst ein Gespräch führt und, insofern ihr euch geschickt anstellt, dann mit Items, Geld oder euren Lebens-/Magiepunkten handelt. Habt ihr euren Feind zufrieden gestellt, besteht die Chance, dass er mit euch einen Pakt eingeht und einer eurer Dämonen wird. Ist der Kampf vorüber, geht es weiter mit der Erkundung der Schwarzwelt.

.

37400309_2322669257758379_4863129806415331328_n

Verhandlungen mit Dämonen sind schwer, aber lohnenswert.

.
Zu euren Dämonen zählen alle Dämonen, die ihr erfolgreich mit einem Pakt auf eure Seite ziehen konntet. Allerdings habt ihr nur eine eingeschränkte Anzahl an freien Plätzen im Team, weswegen ihr auch nur eine beschränkte Anzahl an Dämonen zeitgleich mit euch führen könnt. Da eure Dämonenapp jedoch glücklicherweise ein Kompendium führt, könnt ihr Dämonen jederzeit gegen ein bisschen Geld wieder beschwören, wenn ihr sie temporär weggeben müsst. Doch das Kompendium ist nicht der einzige Vorteil der App. Euer mitunter wichtigster Tool, um zu überleben und stärker zu werden, ist die Dämonenfusion.

.

.

Dabei könnt ihr zwei oder mehrere Dämonen zu einem neuen, stärkeren Dämon fusionieren. Der neue Dämon erbt dabei Skills, die seine beiden „Bestandteile“ konnten. Und sollte das immer noch nicht genügen, gibt es auch die Möglichkeit einen Dämonenkern mit einzubeziehen. Jeder Dämon hat einen ganz eigenen Kern, der ein für diesen Dämon typisches Skillset beinhaltet. Insofern ihr mit einem Dämonen lange genug befreundet seid und ihr alles über ihn herausgefunden habt, was es da zu wissen gibt, wird er euch seinen Kern schenken. Wenn ihr diesen bei einer Fusion verwendet, könnt ihr auf zusätzliche Skills zugreifen, die auf dem jeweiligen Dämonenkern basieren.  Auf diese Weise könnt ihr euren ganz eigenen Superdämonen erschaffen.

.

37335560_2322771417748163_5475555846056312832_n

Dämon A + Dämon B gibt Dämon C.

.
Fallen und Farmen

Was wäre eine Dämonenwelt ohne Fallen, die u.U. wirklich fatal sein können? Entsprechend dürft ihr euch in der Schwarzwelt auf regelrechte Labyrinthe freuen, die je nach Ebene mehr oder weniger Fallen, verschlossene Türen, Rätsel und dergleichen enthalten. Es ist also von Vorteil den unteren Bildschirm seines 3DS im Blick zu haben, um einen Überblick zu behalten und eventuellen Fallen aus dem Weg zu gehen.
Doch es gibt nicht nur Schlechtes in der Schwarzwelt. Denn mit dem sogenannten „Forma“ könnt ihr eure Ausrüstung und Apps verbessern. Dafür müsst ihr nur diese fremdartige Materie finden, einsammeln und zu eurem Schiff zurückbringen. Habt ihr genug gesammelt, stehen euch neue Möglichkeiten offen euch auszustatten.

37368504_2322771014414870_367395393740210176_n

Für etwas mehr Übersicht sorgt die Karte.

Insgesamt ist das Gameplay sehr typisch für ein Shin Megami Tensei Spiel. Der Schwerpunkt liegt auf dem Kampf und dem Pakt Schließen mit den verschiedensten Dämonen, um diese dann in einer Reihe Frankensteinartiger-Experimente miteinander zu neuen Monstern zu fusionieren. Eigentlich eine relativ simple und repetive Art zu spielen, die jedoch selbst nach Stunden immer noch Spaß macht.
Dazu kommen die Haupt- als auch Nebenquests, die mit einer gelungenen Story das Ganze Dämongemansche perfekt abrunden.
Der Schwierigkeitsgrad ist angemessen, kann aber auch gewechselt werden. Dennoch sind die Rätsel während des Dungeoncrawling verhältnismäßig anspruchsvoll und können u.U. auch für Frust sorgen, wenn man denn zum zehnten Mal durch irgendeine Falltüre fällt und den ganzen Dungeon von vorne beginnen muss. Hier ist jedoch positiv zu erwähnen, dass der Remake im Vergleich zum Originalspiel erlaubt überall zu speichern, weswegen man auch mittels safe&load einige Fehler ausbügeln kann.


Grafik

Die Grafik ist, wie von den meisten 3DS Spielen zu erwarten, nicht der Durchbruch schlechthin. Im Vergleich zum Originalspiel wurde zwar einiges verbessert und einige Szenen wirken nun wirklich ansehnlich, dennoch schwächelt die Grafik speziell bei den Dungeons teilweise wirklich enorm.
Man kann die Grafik grundsätzlich aufteilen in mehrere Stile.
Da wäre zum einen der Zeichenstil, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn man mit einer Person spricht. Entsprechende Person ist dann als gezeichnete Version im Bildschirm eingeblendet und wirklich ausnahmslos alle dieser Zeichnungen können sich sehen lassen.
Generell ist das Charakterdesign wieder einmal gut gelungen. Die Hauptcharaktere unterscheiden sich von einander und auch unter den Teammitgliedern kommen keine Verwechslungen aufgrund der Optik zustande. Die meisten Charaktere haben sogar in gewisserweise ein Design, das zu ihrer Persönlichkeit passt. So wirkt beispielsweise die eher kühle Forscherin Zelenin dank ihrem blassen und kargem Design auch eher kalt, was ihre Persönlichkeit gut unterstreicht.
.

Unbenannt

Bei den Dialogen stehen die Charaktere im Fokus.

Neben diesem Zeichenstil wären da die Schwarzweltebenen an sich, welche leider etwas zu wünschen übrig lassen. Die Ebenen unterscheiden sich zwar deutlich von einander, ist man jedoch längere Zeit auf einer Ebene, wird  man dieser irgendwann einfach überdrüssig. Die Level selbst wirken generisch und bieten kaum Abwechslung. Ohne die Karte im unteren Teil des 3DS wäre es z.B. gar nicht möglich sich überhaupt in den Leveln zu orientieren, da einfach alles so gleich aussieht. Das ist wirklich schade, da die Level grundsätzlich gut aussehen und auch passend zum Setting bedrückend und kriegerisch wirken. Da jedoch im Level selbst kaum ein grafischer Unterschied erkennbar ist, ist man schnell Opfer von Langeweile und das Spielgeschehen wird zäh. Besonders schlimm wird das dann, wenn man sich in einem Labyrinth befindet und verzweifelt den Ausgang sucht, wobei man gefühlt Stunde um Stunde in immer der gleichen Aufnahme feststeckt.

37543089_2322771521081486_661820676100849664_n

Eine endlose Abfolge der gleichen Ansicht.

.
Lediglich die immer wieder auftretenden Dämonen bilden eine willkommene Abwechslung zu den generischen Leveln. Wobei diese Dämonen die für die Shin Megami Tensei Reihe üblichen Designs aufweisen, die gerade bei Anfängern des Franchises für Entzücken sorgen dürften. So basiert jeder Dämon auf einer Gottheit, Sage oder Legende aus aller Welt, was oftmals im Design als auch im Namen erkennbar ist. Als Beispiel könnte man hier den Dämon „Ganesha“ nennen, der auf einer hinduistischen Gottheit basiert. Sowohl in der hinduistischen Sage als auch bei Shin Megami Tensei wird Ganesha mit einem Elefantenkopf dargestellt, weswegen bereits beim ersten Blick auf den Dämon das Referenzmaterial ersichtlich sein sollte.

Insgesamt könnte man die Grafik also als durchwachsen ansehen. Mit Charakterdesign und den Zeichnungen kann man ganz klar punkten, während das Leveldesign auf lange Sicht etwas vernachlässigt wirkt.


Audio

Alle Hauptcharaktere haben eine eingesprochene japanische Synchronisation für wichtige Dialoge, abseits dessen gibt es verschiedene Slogans, die sie aufsagen, sobald man sie anspricht. Die Vertonung klingt insgesamt ziemlich authentisch und wirkt zu keinem Zeitpunkt gekünstelt oder aufgesetzt. Es wäre zudem schön gewesen, wenn der Spieler selbst auch etwas sagen würde anstatt nur stumm seine Missionen auszuführen, da seine Verschwiegenheit den gesamten Redefluss in hitzigen Diskussionen etwas stört. Der stumme Protagonist ist jedoch im Shin Megami Tensei Franchise nichts Neues und soll daher auch nicht schlecht bewertet werden, da der Rest der Sprecher wirklich eine geniale Arbeit verrichtet.
Die Hintergrundmusik als auch die Effekte wirken zu den jeweiligen Situationen passend, bleiben jedoch nicht allzu lange im Kopf.


Allgemeine Daten

81RPp0BY5FL._SL1471_.

..

.

Erscheinungsdatum: 18. Mai 2018

Entwickler: Atlus

Plattform: Nintendo 3DS

Genre: JRPG

Umfang: 50+ Stunden

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Sprache: Englisch

.

.

.

.

.

.

.

Bereit für eure Reise in die Schwarzwelt? Dann gleich bestellen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.