Review: Sword Art Online – The Movie – Ordinal Scale

   Donnerstag, 28. Dezember 2017   ,
SAO Ordinal Scale Bild

Nach langem Warten startete Sword Art Online: Ordinal Scale dieses Jahr als erster Film im SAO-Franchise in den japanischen und deutschen Kinos. Weltweit konnten die Kinos sehr hohe Besucherzahlen verzeichnen.

Der erfolgreiche Streifen wurde wie bereits die beiden Anime-Serien im Studio A1-Pictures unter Regie von Tomohiko Ito angefertigt. Ein eigens entwickeltes Konzept steuerte Light-Novel-Autor Reki Kawahara bei. Nun erhält der Film einen Home-Release vom Publisher peppermint anime, der wahlweise eine Standard-Edition oder eine Limited Edition für die Fans anbietet.

Ob sich der Kauf des Films lohnt, das erfahrt ihr in der folgenden Review.

Achtung: Diese Review könnte Spoiler enthalten!

Story

Ein brandneues Videospiel erobert die Welt: „Ordinal Scale“! Mit Hilfe eines Augmented-Reality-Gerätes namens Augma tauchen die Spieler in eine fantastische Welt ein, die ihre reale Umgebung zu einem riesigen Schlachtfeld macht. Während seine Freunde und Asuna viel Spaß mit dem neuen Zeitvertreib haben und kontinuierlich in ihrem Rang aufsteigen, kommt Kirito anfangs so gar nicht mit der Spielmechanik zurecht und vergnügt sich lieber in der Virtual Reality. Doch als sich eine neue Bedrohung im Spiel kristallisiert, ist unser Held im schwarzen Mantel erneut zur Stelle, um den Spielern von „Ordinal Scale“ zur Seite zu stehen!


SAO Ordinal Scale Bild 1

Kiritos weibliche Begleitungen


Das neu eingeführte Konzept des Augmas bringt frischen Wind in die Welt von Sword Art Online. Der Film spielt einige Jahre nach den Geschehnissen der Serie und es gelingt ihm durch die logische Evolution der Technologie den zeitlichen Fortschritt zu demonstrieren. So wurde aus dem VR-System FullDive, das AR-System Augma. Eine wirklich hervorragende Idee.

Leider scheitert der Film wieder an vielen Stellen durch die vor allem erzählerisch schwache Umsetzung rund um das Augma. So wird bereits zu Beginn durch eine langweilige Expositionsszene in einer „TV-Show“ das System Stück für Stück erklärt. Im darauf folgenden Dialog erklärt Silica  zudem ohne jeglichen Grund Asuna, dass alle SAO-Survivor eines der Geräte kostenlos erhalten hätten. Da Asuna selbst ein „SAO-Survivor“ ist, dient dieser Dialog offensichtlich nur dazu den Zuschauer über diese Tatsache zu informieren.

Gut hingegen gelingt es dem Film aufzuzeigen wie die Charaktere ihr Augma im Alltag benutzen, wie z.B. dass ihre Präferenzen erkannt werden und sie daher ihren Lieblingskuchen im Café erhalten ohne dies explizit der Bedienung äußern zu müssen. Leider wird weder hier noch im späteren Verlauf die Chance genutzt, die Gefahren der neuen Technologie aufzuzeigen und auch keiner der Charaktere stellt dies infrage. Auch die Gesellschaft wird komplett kollektiviert und äußert weder Kritik noch Bedenken zur Technologie.

Im weiteren Verlauf der Handlung wird man mit dem Antagonisten des Films – Eiji- bekannt gemacht, der tatsächlich eine schlüssige Motivation aufweist und bei weitem nicht so eindimensional gestaltet ist wie die Gegner in den vorigen Sword Art Online-Serien. Zwar ist der Konflikt mit ihm nicht einem starken ideologischen Hintergrund, sondern mit einem tragischen Ereignis begründet, aber für eine einfache Handlung mit einem gut sichtbaren roten Faden reicht das allemal aus.

Des Weiteren kommen auch Fans der Romantik mit einigen romantischen Szenen mehr als auf ihre Kosten. Asuna hat hier nicht nur deutlich mehr Screentime, sondern auch die Liebesbeziehung zu Kirito wird hier klar herausgearbeitet. Lediglich diese Harem-Elemente, die sich im Umgang zwischen Kirito und den anderen weiblichen Nebencharakteren erkennen lassen, sind ein unschönes Rudiment der Serie.

Insgesamt gelingt der Aufbau von Spannung vor allem durch die verschiedenen Kämpfe gut, obwohl der Anime gegen Ende teils jegliche Logik außer Acht und z.B. bereits verstorbene Charaktere mit einer Deus Ex Machina wieder erscheinen lässt. Auch der Plottwist am Ende, der das Augma betrifft, wirft wieder viele Fragen auf, die nicht beantwortet werden. Dennoch bekommt man hier die beste Story aus dem Sword Art Online Universum geliefert.


Charaktere

Bei den Charakteren wurde versucht in den Film so viele alte Gesichter wie möglich zurückzubringen. So erscheinen jegliche Charaktere aus beiden Sword Art Online Anime-Serien früher oder später im Film. Einen wirklichen Charakter besitzen die meisten von ihnen deshalb leider nicht wirklich. Sie lassen sich mehr oder weniger erneut in bestimmte Schubladen stecken.

Um dies zu vermeiden wurde versucht Kirito, der ja häufig als zu stark bezeichnet wird, durch einen Fehler in einem Kampf zu humanisieren, jedoch kehrt er bereits kurz danach zu seiner alten Form zurück. Dennoch können die neuen Charakterdesigns gefallen und die Beziehung zwischen Kirito und Asuna bekommt genug Zeit um eine Resonanz beim Zuschauer zu erzeugen. Insgesamt bleibt der Heldencast im Film ein Mashup aus den bereits bekannten Charakteren, denen nicht allzu viel hinzugefügt wird.

Anders lässt sich dies für die beiden neuen Charaktere Yuna und Eiji einstufen. Durch die solide herausgearbeitete Motivation von Eiji wird er zu mit einem der besten Charaktere im Film und eigentlich schon fast sympathischer als der langweilige Heldencast. Auch Yuna´s Gestalt birgt eine interessante Geschichte, auf die hier aus Spoilergründen nicht weiter eingegangen wird.


Animation

Für Sword Art Online: Ordinal Scale konnte eine ungeheuerliche Anzahl an talentierten Animatoren rekrutiert werden und man hat sich an der Arbeit anderer häufig auf digitale Technologie vertrauenden Studios wie ufotable orientiert. Dies macht sich von Anfang bis Ende im Film deutlich bemerkbar. Nicht nur sind die detailreich gestalteten Hintergründe und die neuen Charakterdesigns von Shingo Adachi großartig, sondern vor allem in den großen Kampfsequenzen kann der Anime absolut strahlen. Die Kämpfe sind durch das passende Farbdesign stimmungsvoll in Szene gesetzt, flüssig und dennoch ausdrucksstark animiert. Der aufgewirbelte Staub und die realistischen Explosionen verstärken den Eindruck zudem. Besonders die starken digitalen Effekte werten den Eindruck der Animation nochmal auf.

Doch auch fernab der Kämpfe bekommt man hier eine solide Cinematographie geliefert, die zu Hause auch fast so gut aussieht wie auf der großen Leinwand. Ergänzt wird der positive Eindruck durch die ebenso gute Shot-Composition.


SAO Ordinal Scale Kirito vs Eiji

Kirito vs Eiji


Audio

Für die Musik kehrte bei Sword Art Online: Ordinal Scale Komponistin Yuki Kajiura zurück, die auch im Medium Film mit ihren Stücken überzeugen kann. In den ruhigen Szenen, als auch in den Kampfsequenzen fühlt sich die Musik nicht fehl am Platz an und unterstützt das gezeigte Bild dramaturgisch.

Besonders hervor stechen jedoch die musikalischen Einlagen von Yuna, die allesamt großartig sind. Hier gelingt es somit nicht nur das Publikum innerhalb des Animes zu verzaubern. Auch die andere Musik während der Kämpfe strahlt stets eine gewisse Epik aus.


Deutsche Synchronisation

Für die deutsche Umsetzung von Sword Art Online: Ordinal Scale wurden anstelle vom Studio Metz Neun, die beide Anime-Staffeln vertonten, die Oxygen Sound Studios beauftragt. Die Synchronregie ging dort von Nina Krönauer auf René Dawn-Claude über.

Die Besetzung blieb im Vergleich zur Serie nahezu identisch, bis auf Asuna, die im Film von Lisa May-Mitsching anstelle von Denise Monteiro gesprochen wurde. Die neue Stimme war bereits als Lisa in Terror in Tokio zu hören und auch Asuna zu verkörpern gelingt May-Mitsching hervorragend. Ihre sanfte und gefühlvolle Stimme trifft sehr gut ihren Charakter.

Auch der Rest des Casts klingt im neuen Synchronstudio deutlich besser als zuvor und es gibt keine unpassenden Besetzungen, die mir persönlich aufgefallen sind. Zudem gelang auch die Abmischung der Geräusche sehr gut, auch wenn die Schwerter teils etwas zu laut sind.


Die Welt aus der Sicht des Augmas

Die Welt aus der Sicht des Augmas


Verpackung/Extras

Für die Verpackung der Blu-Ray Standard-Editon wurde ein Digipack mit Pappschuber gewählt. Auf dem Schuber ist das stylische Artwork des Films zu sehen, auf dem Asuna groß über Kirito mit Schwert vor der großen Stadt Tokio abgedruckt ist. Das FSK-Logo ist aufgeklebt.

Darin befindet sich das Mediabook, welches fast vollständig am Rand durchsichtig ist, mit einer Collage von Aincrad und dem im Film relevanten Protagonisten auf weißem Hintergrund. Unten links befindet sich das aufgedruckte FSK-Logo. Auf der Rückseite ist der schlichte Schriftzug mit dem Copyright auf grauem Hintergrund abgedruckt.

Im Mediabook ist ein stylischer grauer Hintergrund zu sehen, während die Disk in schwarz gehalten ist und lediglich einige Logos und das FSK-Zeichen enthält.

Als Extra ist ein digitaler Streaming-Code für die OmU-Fassung auf Wakanim enthalten. Zudem sind Audio- und Charakterkommentare sowie eine Trailershow als digitale Beilage auf der Disk.


Trailer


Allgemeine Informationen

Sword Art Online Ordinal Scale CoverVeröffentlichung: 08.12.2017

Sprache: Deutsch, Japanisch

Untertitel: Deutsch

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Publisher: peppermint anime

Produktionsjahr: 2017

Spieldauer: 120 Minuten



Neugierig geworden? Hier könnt ihr Sword Art Online – The Movie – Ordinal Scale auf Amazon.de kaufen:

 

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.