Review: The Eccentric Family Volume 1

   Dienstag, 3. Juli 2018   , ,
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Mit The Eccentric Family veröffentlicht der Münchner Publisher Universum Anime nach langer Pause seine nächste Anime-Serie. Der Titel stammt aus dem renommierten Studio P.A. Works, das unter anderem auch Anime wie Angel Beats! oder Nagi no Asukara zu verantworten hat. Die Regie dort übernahm Masayuki Yoshihara, der die Vorlage des The Tatami Galaxy Autors Tomihiko Morimi adaptierte.

Die Veröffentlichung startete nun in Deutschland mit Volume eins, das die Episoden eins bis sechs der ersten Staffel beinhaltet. Wir haben darauf einen Blick geworfen und werden euch nun berichten, ob sich ein Kauf lohnt.


Handlung

Kyoto, eine der bekanntesten Städte in Japan. In ebendieser Stadt voller Tradition, die von alten Tempeln bis hin zu unberührter Natur reicht, spielt die Handlung von The Eccentric Family. Einen kleinen Unterschied gibt es jedoch: dieses Kyoto wird nicht nur von den Menschen beherrscht, sondern gleichermaßen von den Tengu und Tanooki besiedelt, die dort zusammen, meist friedfertig, ihr Dasein fristen. Die Tengu sind dabei fliegende Kreaturen, die die Lüfte beherrschen, während Tanooki dem Waschbären ähneln und über den Boden kriechen.

Inmitten dieser Welt schlägt sich der Protagonist Yasaburou Shimogamo herum, der als talentierter Verwandlungskünstler, dennoch zumeist als Taugenichts angesehen wird. Tagein tagaus streift er durch die Stadt umher. Er kümmert sich um seinen Meister, einen Tengu, der nach einem Sturz durch ein schlimmes Rückenleiden geplagt ist und nicht mehr Fliegen kann. Zugleich muss er sich mit seiner eigenen Familie herumschlagen, sowie mit konkurrierenden Tanooki Familien und Benten, einer alten Schülerin seines Lehrmeisters. Der Freitagsclub, dem Benten angehört, ist dabei für den Tod seines Vaters verantwortlich, da sie ihn kurzerhand gegessen haben. Daher droht auch Yasaburou die Gefahr irgendwann in deren Kochtopf zu landen.

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Trotz des ganzen Chaos und den komplizierten Verhältnissen zwischen den Figuren gelingt es The Eccentric Family in den ersten sechs Episoden eine stimmige und facettenreiche Welt voller sympathischer Charaktere aufzubauen. Die Handlung mag zwar zu Beginn absurd wirken, vor allem die Sache mit dem Essen von Tanookis, jedoch stecken selbst dahinter interessante Motive, da der Anime gelungen auch die Perspektiven wechselt und auch das Handeln der Antagonisten legitimiert.

Die Handlung lässt sich dabei von der Struktur in gewisser Weise als Slice-of-Life bezeichnen, jedoch gibt es dennoch kleine episodische Geschichten, die teils auch direkte Auswirkungen auf die darauffolgenden Episoden haben.

Insgesamt ist The Eccentric Family ein Werk mit einer wirklich außergewöhnlichen Geschichte, die den Zuschauer mit der Zeit immer mehr in den Bann zieht. Die Welt in der die Charaktere leben wirkt wirklich glaubhaft und durchdacht, obwohl sie alles andere als der normalen Realität entspricht. Viele Elemente werden aus der japanischen Mythologie entnommen, was es als Teil eines anderen Kulturkreises anfangs schwierig macht sich zurechtzufinden. Dennoch macht der Anime mit der Zeit immer mehr Spaß, wenn man sich mit dem Setting und den Charakteren zurechtgefunden hat.


Charaktere

 

Professor Akadama und seine Schüler

 

Die Shimogamo Familie

 

Die Ebisugawa Familie

Im Zentrum der Handlung stehen der Tengu Meister Professor Akadama sowie Yasaburou Shimogamo und Benten. Sie sind die Achse, die alle drei Populationen von Kyoto zusammenführt – die der Tengu, der Tanooki und der Menschen. 

Yasaburou genießt als nutzloser Sohn der Shimogamo Familie kein hohes Ansehen und das obwohl sein Vater, einer der beliebtesten Tanooki, von allen verehrt wurde, bis er vom Freitagsclub, dem auch Benten angehört, gegessen wurde. Doch auch seine sonstige Familie hat mit ihrem Ansehen zu kämpfen. Der eine Sohn ein Frosch, der sich nicht zurück verwandeln kann, der andere ein kleines Kind, das schnell Angst bekommt. Daher muss der vierte Sohn Yaichirou die Verantwortung übernehmen und tritt für die Familie als Nachfolger des Vaters gegen die Ebisugawa Familie ins Rennen, die versuchen ihn zum Rücktritt zu bringen, damit sie selbst die Nachfolge antreten können.

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Die beiden Zwillinge der Ebisugawa Familie  Kurejirou und Kuresaburou versuchen zudem immer wieder die Nachkommen der Shimogamos durch ihre arrogante und überhebliche Art bloßzustellen. Lediglich Kaisei, die nebenbei auch mit Yasaburou durch dessen verstorbenen Vater verlobt wurde, versucht den Shimogamos mehr zu helfen, als zu schaden.

Insgesamt baut sich bereits in den ersten sechs Episoden ein komplexes Konstrukt zwischen den Charakteren in The Eccentric Family auf. Wie bereits der Titel vermuten lässt, steht auch vor allem das Thema „Familie“ im Vordergrund. Dennoch gelingt es dem Anime trotz der vielen Figuren mithilfe der prägnanten Charakterdesigns und dem Verhalten diesen genug Tiefe zu geben.


Animation

In puncto Animation liefert P.A. Works eine erneut unfassbar gute Leistung ab. Der Anime ist mit seinem japanischen TV Release in 2013 zwar schon fünf Jahre alt, kann jedoch immer noch viele heutige Anime-Serien getrost in den Schatten stellen.

Da wären zum einen die absolut grandios gestalteten Hintergründe, die nicht nur auf architektonischer und räumlicher Ebene der Perfektion nahe sind, sondern auch detailreich koloriert sind und so stimmungsvoll jeder Szene einen glaubhaften Raum bieten. Nicht unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle das sehr gute Colordesign, welches die Hintergründe in ihrer optischen Finesse gekonnt verstärkt.

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Doch auch im Vordergrund gelingt es die von Kousuken Kawatsura entworfenen Charaktere sehr gut den Hintergründen anzupassen. Sie sind zwar nicht so detailreich wie die Schauplätze, in die sie gezeichnet sind und auch die Bewegungen und Schattierungen sind nicht so komplex, wie z.B. bei Produktionen von Kyoto Animation, dennoch bilden sie sehr gut die Original-Designs aus der Novel-Vorlage ab und haben hohen Wiedererkennungswert.

Auch sonst ist die Animation stets flüssig und im Gesamteindruck sehr schön anzusehen. Sogar Menschenmengen wurden ohne CGI animiert und lassen so den Eindruck einer wirklich belebten Stadt aufkommen. Man hat hier wirklich versucht in jedem Detail ein perfektes Ergebnis zu liefern.


Audio

Audiovisuell wird The Eccentric Family von der Musik des Künstlers Yoshiaki Fujisawa begleitet. Der Soundtrack fällt dabei durch seinen gelungenen Titelsong auf, der zu Beginn jeder Episode im Hintergrund abgespielt wird. Auch sonst spiegeln die eher traditionell angehauchten Lieder treffend das Setting Kyoto wieder. Auch sonst gibt es vereinzelt Stücke, die im Gedächtnis bleiben, wie z.B. „Tanuki no Kuse ni“ oder auch der Titelsong „Daga Mate, Shibashi“. Insgesamt ist der Original Soundtrack dennoch meist unauffällig, ist aber in keinem Fall störend oder unpassend.

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Beim Opening handelt es sich um den Song „Uchouten Jinsei“ von milktub. Der Track ist dabei ein klarer Kontrast zur traditionell angehauchten Musik im Anime mit dem gewählten Rock-Genre. Insgesamt ist der Song deutlich besser als ein J-Pop Opening und auch musikalisch überdurchschnittlich, auch wenn es meinem persönlichen Geschmack nicht entspricht.

Mit dem Ending „Que sera, sera“ von fhána hat man einen Ausflug ins Land der Balladen gewagt. Leider ist auch das Ending nicht sonderlich einprägsam und recht repetitiv, auch wenn der ruhige Ton an sich nach den teils aufregenden Episoden für einen ordentlichen Ausklang sorgt.


Deutsche Synchronisation

Für die deutsche Umsetzung von The Eccentric Family wurde das Synchronstudio Neue Tonfilm aus München beauftragt. Das Dialogbuch und die Dialogregie übernahm dort Eva Schaaf, die bereits selbiges für die deutsche Veröffentlichung von Death Parade übernahm.


Synchronsprecherliste

 

Sprecher Charakter
Farina Brock Benten
Karim El Kammouchi Ginkaku Ebisugawa
Lea Kalbhenn Kaisei Ebisugawa
Benedikt Gutjan Kinkaku Ebisugawa
Erich Ludwig Professor Akadama
Gerd Meyer Professor Yodogawa
Alexander Brem Souichirou Shimogamo
Kai Taschner Souun Ebisugawa
Christine Stichler Tousen Shimogamo
Tim Schwarzmaier Yaichirou Shimogamo
Paul Sedlmeir Yajirou Shimogamo
Tobias John von Freyend Yasaburou Shimogamo
Dominic Pühringer Yashirou Shimogamo
Mike Carl Bishamon
Philipp Rafferty Daikoku
Gerhard Jilka Ebisu
Stefan Lehnen Heitarou Yasaka
Jürgen Jung Juroujin
Hans-Georg Panczak Konkobu Iwayasa

Ähnlich wie bereits bei Death Parade hat Neue Tonfilm mit Eva Schaaf erneut eine wirklich grandios deutsche Synchronisation produziert. Die Sprecher passen ausnahmslos perfekt zu den Protagonisten sowie gleichermaßen zu allen Nebenfiguren. Besonders Farina Brock als Benten gelingt es die vielschichtige Figur sehr gut zu spielen.

Das Dialogbuch ist erstklassig, die Dialoge wirken natürlich, man verzichtet auf nervige Suffixe und die Texte sind lippensynchron. Doch auch die Abmischung mit den Hintergrundgeräuschen und der Musik sind erstklassig. Insgesamt klingt die Synchronisation wie auf Filmniveau und ist eine der besten deutschen Anime-Synchronisationen, die mir je zu Ohren gekommen ist.


Allgemeine Informationen

The Eccentric Family Blu-Ray Cover

Veröffentlichung: 25. Mai 2018

Sprache: Deutsch, Japanisch

Untertitel: Deutsch

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Publisher: Universum Anime

Produktionsjahr: 2013

Spieldauer: 142 Minuten

© Tomihiko Morimi, GENTOSHA / Uchoten-Kazoku Committee



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