Review: Tokyo Mirage Sessions #FE Encore

   Dienstag, 28. Januar 2020   ,
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Für die Nintendo Switch erschien vor kurzem das neue Spiel mit altbekannten Gesichtern, in welchem sich Charaktere aus dem Hause Atlus mit denen aus Fire Emblem verbünden müssen! Klingt spannend, ist auch so! Wie sich dieses Gemisch aus bunt und poppig so verhält, beschreibt euch die folgende Review:


Allgemeines

Die Verfasserin folgender Review hat bisher keines der Vorgängerspiele aus dem Hause Atlus gespielt, bekannt sind allerdings die Fire Emblem Spiele, die in Deutschland erhältlich sind. Gespielt wurde auf einer Nintendo Switch Lite Version.

Das Spiel ist ausschließlich in japanischer Synchronisation erhältlich, die Untertitel sind in  Englisch und Französisch verfügbar. Wer keiner dieser 3 Sprachen mächtig ist, sollte einen Kauf überdenken. Freigegeben ist das Spiel ab 12 Jahren und somit ohne größere Aktionen der Gewalt.

Es handelt sich hier um ein Spiel, welches bereits für die Wii U erschienen ist und in dieser Version etwas mehr Content und neue Songs bietet. Zum Vorgänger können hier keine detaillieren Informationen erfolgen, da dieser wie bereits erwähnt, nicht gespielt wurde.

 


Handlung (Achtung! Ab hier können Spoiler zur Handlung enthalten sein!)

Wir begegnen in Tokyo Mirage Sessions (im folgenden immer mit TMS abgekürzt) als erstes den beiden Protagonisten. Itsuki Aoi ist ein gewöhnlicher Oberschüler im fiktiven Japan, dieser begleitet seine Schulfreundin Tsubasa Oribe zum „One of Millenium“-Wettbewerb. Durch einige Dialoge (die in der originalen Synchronisation übrigens ausgesprochen gut sind) lernen wir die beiden und ihre Beziehung zueinander gut kennen. Tsubasa hat sich offensichtlich für diesen Wettbewerb angemeldet, was ihr etwas unangenehm zu sein scheint. Außerdem wird uns ein bekanntes Pop-Sternchen und ein virtueller bekannter Popstar schon vorgestellt, welche im Verlauf der Geschichte beide noch eine wichtige Rolle einnehmen sollen.

Tokyo-Mirage-Sessions-FE-Encore-Details-New-Elements-800x400Bei besagtem Wettbewerb kommt es zum Showdown, der Show-Moderator zeigt seine wahre Gestalt und alle Zuschauer scheinen sich aufzulösen. Nur  Tsubasa wird von dem Moderator durch ein Portal gezerrt, Itsuki entscheidet sich ihr hinterher zu gehen und betritt somit auch die Welt hinter dem Portal die Idolasphere genannt wird. Dieser schattenhafte Ort stellt ein verzerrtes Abbild der realen Welt dar und wird von düsten Kreaturen, die sehr stark an Sensenmannähnliche Humanoide erinnern, namens „Mirages“ beheimatet. Als sich Itsuki und Tsubasa entscheiden gemeinsam gegen die Kreaturen zu kämpfen, erwacht in ihnen eine besondere Kraft, welche sie vor den Angriffen der Mirages beschützt. Die Kreaturen, denen sie als erstes begegnen, werden zu freundlichen Charakteren, die ihnen ihre Unterstützung anbieten. Hier handelt es sich um die Fire Emblem Charaktere, die fungieren hier als Waffe der Protagonisten. So hat Izuki Chrom an seiner Seite, leider sieht dieser aber nur entfernt aus wie der in seinem Spiel. Die Fire Emblem Charaktere waren anfangs von einer dunklen Macht besessen, außerdem leiden sie an Gedächtnisverlust und können keine Auskunft über ihren vorherigen Verbleib oder ihre Funktion geben. Sie schließen sich der Gruppe bereitwillig an und unterstützen die Helfen in Kämpfen in der Idolasphere. 

Im Verlauf sollen noch weitere Kämpfer zu der Gruppe stoßen und Tsubasa soll ihren Weg als Idol weiter fortsetzen. Sie wird in eine Agentur aufgenommen. Maiko Shimazaki ist Chefin der Talentagentur „Fortuna Entertainment“ und verpflichtet nach dem ersten Showdown nicht nur Tsubasa zu einem Weg mit dem Ziel Idol zu werden. Auch Itsuki soll Unterricht nehmen. Das Training, um ein Idol zu werden, stärkt die Fähigkeiten, die man im Kampf benötigt um die Mirages zu besiegen.

Der restliche Spielverlauf zeigt also Kapitel für Kapitel den Wechsel zwischen der richtigen Welt, in der der Spieler versucht ein erfolgreiches Idol zu werden, und den der Idolasphere, in dem die Mirages besiegt werden müssen.


Gameplay

Wie oben bereits geschrieben, wurde hier mit der Lite Version der Switch gespielt, also mit einem Handheld. Auf diesem wirkt das Rollenspiel ebenfalls ganz herausragend. Da mir nur der Vergleich mit den Fire Emblem Spielen möglich ist, muss ich sagen, dass dieser hier nur sehr gering aufkommt. Der Spieleverlauf orientiert sich nahezu völlig an den Rollenspielen der Spiele von Atlus. Lediglich von Fire Emblem übernommen sind die Charaktere und einige Sounds, wie z. B. die beim erhalten eines Level Ups. Auch zwischendurch erkennt man die Titelmelodie leise im Hintergrund, jedoch nicht signifikant.

Das System in den Dungeons, also in den Idolasphere ist durch mehrere Spieleelemente geprägt. Hier erkundet man zum Einen und muss kleine Rätsel lösen um sich den Weg zu öffnen, zum anderen gibt es hier die Mirages, wenn man diesen nicht direkt mit einen überbrät, beginnt die Kampfsequenz. Hier läuft es ähnlich wie in typischen Rollenspielen: abwechselnd, oder in einer bestimmten Reihenfolge, können die Kontrahenten oder die Helden eine Attacke, einen Skill oder einen Heal einsetzen. Dies gilt es geschickt zu planen, denn jeder Skill kostet Punkte und diese werden am Ende eines Kampfes nicht wieder automatisch aufgefüllt.  Auch müssen die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Gegner und der Charaktere bedacht werden. Hier gibt es wieder eine kleine Parallele zu den Fire Emblem spielen, denn hier wird optisch durch das Waffendreieck angezeigt mit welcher Waffe der Mirage kämpft. Combos sollte man möglichst oft versuchen einzusetzen, diese sind effektiv. Sessions, werden sie hier genannt. Wird der Nachteil eines Gegners ausgenutzt wird die Session in der eigenen Gruppe (bestehend aus 3 Mitgliedern) eingeleitet. Dies bedeutet, dass nach dem Start der Attacke, der nächste Charakter angreift und die Combo ergänzt und somit auch mehr Schaden macht. Die Sessions sind komplex gestaltet und bieten durch die Möglichkeit, sie weiter zu skillen, noch viele interessante Einsatzmöglichkeiten an.

81rv5fjuKAL._SL1500_Optisch erinnern die Kampfszenen an einen Bühnenauftritt. In einem Rondell stehen die drei ausgewählten Charaktere um die Gegner herum, diese sind nebeneinander in der Mitte angeordnet. Das ganze wird von einem laut jubelnden Publikum bestaunt und angefeuert. Die Animationen sind hier sehr dynamisch und von typischen Sätzen der Charaktere unterlegt. So wird bei einem Sieg direkt an den Charakter herangezoomt, der den Todesstoß ausgeführt hat und das Publikum beklatscht dieses ausgiebig. Die Dungeons hingegen erinnern an kleine düstere Labyrinthe, die aber immer eine Verbindung zu einem real existierenden Ort herstellen. Ausgemacht wird dies durch Details, wie Schaufenster, Puppen o. ä.. Die Thematik der Idols wird immer aufgegriffen und ist durchgängig Thema. Sie findet sich optisch und auch im Gameplay an sich immer wieder.

Wenn Gegner besiegt sind erhält der Spieler nicht nur Erfahrungspunkte und somit die Möglichkeit neue Skills zu verwenden, er bekommt ebenfalls sogenanntes Performa, dieses tragen nicht nur die Mirages in sich, auch jeder Mensch hat es. Es gilt aber dieses den Mirages wieder abzuluchsen, es ist nützlich um die Fähigkeiten der Waffen, also der FE Begleiter (im Spiel auch Carnage genannt) zu steigern. In diesem Spiel ist es wichtig nicht nur die Figuren zu leveln, sondern auch ihre Begleiter, also sollte man nicht jedem der Mirages in den Dungeons ausweichen um genügend Performa zu sammeln.

Für Spieler, die sich wegen FE zum Kauf dieses Spiels entschieden haben, ist das erstmal alles ungewohnt und zugegebenermaßen hat man mehr von FE erwartet. Das heißt aber nicht, dass man dem Spiel keine Chance geben sollte. Es bietet in den verschiedenen Welten viele Einblicke in die japanische Kultur der Idols und hat diese typische Anime Atmosphäre, Die Mechaniken der Kämpfe sind leicht verständlich und spätestens nach dem zweiten oder dritten Dungeon hat man auch das Skillsystem verstanden. Auch Atlus-Neulinge kommen hier also zurecht. Langweilig wird das ganze nie, die Dungeons sind optisch und auch von der Schwierigkeit her immer anders aufgebaut, die Gegner haben unterschiedliche hohe Schwierigkeitsgrade und sind teilweise wirklich schwer zu besiegen. Etwas taktisches Denken sollte man hier auf jeden Fall mitbringen.

Zudem sind die Ladezeiten zwischen den Welten und den einzelnen Kapiteln kaum vorhanden.  Hier ruckelt und wackelt auch nichts. Das macht das ganze noch ansprechender und ermöglicht ein zügiges Spielerlebnis.


Animation / Grafik 

Bei dem Spiel wechseln wir zwischen verschiedenen Einstellungen. Wir haben verschiedene Filmsequenzen und die Spielegrafik in der realen Welt, den Dungeons und die Kampsequenzen. Die Filmsequenzen erinnern in jeder Hinsicht an einen gut produzierten Anime. Detaillierte und hochwertige kleine Einspieler, die meist auch an ein Musikvideo erinnern, runden das Spielerlebnis ab. Auch auf der Lite sind diese schön anzusehen und werden in hoher Auflösung wiedergegeben.

71T9ZF34RhL._SL1500_Die Spielegrafik ist auch nicht von gestern. In den Dialogen werden die Gesichter und die Mimik der einzelnen Charaktere gut dargestellt und auch hier fühlt man sich oft einen Anime erinnert. Die Mimik ist oft an die eines typischen Anime-Charakters angelehnt und gibt eine Vielzahl an Emotionen wieder. Ebenso ist die Gestik, Mimik und Bewegung der handelnden Charaktere stets flüssig und humanoid.

Während der Kampfszenen wechselt das Bild noch einmal und wir werden in das Stadion mit den vielen Fans versetzt. Auch hier werden kleine Sprechblasen im Hintergrund mit einer kurzen Mimikdarstellung eines sprechenden, gerade nicht aktiven Charakters eingeblendet. Die Kampfszenen selbst sind dynamisch, scharf und sehr schön anzusehen.

Wenn ein Levelup eines Charakter erfolgt, ist das eingeblendete Bild nochmal in einem anderen Stil gehalten, dieses erinnert an das Cover des Spiels und hat einen gezeichneten Stil. So bekommt man auch nochmal eine andere, ernstere Variante der Hauptcharaktere zu sehen.


Allgemeine Informationen : 

81T-axlFjfL._SL1500_Titel : Tokyo Mirage Session #FE Encore

Konsole: Nintendo Switch

Erscheinungsdatum: 17. Januar 2020

Publisher: Atlus

Stil: RPG Mischung aus Fire Emblem und Persona

Sprache: Japanisch

Untertitel: Englisch, Französisch

 

 

 

 

 

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