Kinoreview: Weathering With You

   Dienstag, 21. Januar 2020   ,
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Am 16. Januar 2020 feierte Makoto Shinkais 10. Film „Weathering With You – Das Mädchen, dass die Sonne berührte“ sein Deutschland-Debüt. In Japan erschien der Film bereits am 19. Juli 2019 und spielte 55.7 Millionen US Dollar in den ersten 17 Tagen ein. Falls ihr es nicht schafft oder geschafft habt, euch den Film im Kino anzusehen und nicht bis zum Homerelease warten könnt, so könnt ihr meinen Erfahrungsbericht in der folgenden Review lesen. Ich habe mir bezüglich des anstehenden Homerelease von Universum Film den Film in deutscher Synchronisation angeschaut.


Handlung

In Weathering With You begleiten  wir die beiden Hauptcharaktere Hodoka Morishima und Hina Amano. Die Geschichte beginnt als Hodoka mit dem Schiff nach Tokio reist um dort zu Arbeiten. Die Kanto Region wird zu dieser Zeit von starken Regenfällen heimgesucht, die unüblich zu dieser Jahreszeit scheinen. Bei der Überfahrt wird Hodoka durch ein plötzliches Unwetter fast von Board gespült. Glücklicherweise wurde er von  Keisuke Suga gerettet. Keisuke eröffnet ihm, dass falls er Interesse an einem Job hätte, er sich gerne bei ihm melden kann. Auf dieses dubiose Angebot geht er zunächst nicht weiter ein und versucht sich zunächst auf eigene Faust durchzuschlagen. Als ihm dies aber nicht gelingt meldet er sich nun doch bei Keisuke, der ihm prompt ein Praktikantenjob anbietet bei dem er bei ihm wohnen kann. Keisuke arbeitet als Redakteur für ein japanischen Magazin, das sich auf übernatürliche Phänomene spezialisiert hat. In Rahmen von Recherchen hört er dort auch zum ersten Mal von einem sogenannten Sonnenmädchen, welches das Wetter verändern kann. Als sich dann auch noch herausstellt, das er eben jenes Sonnenmädchen bereits kennt, nimmt die Geschichte einen anderen Lauf und stellt Hodokas Leben auf dem Kopf.

Im folgenden bewerteten Teil werde ich aus Rücksicht auf Spoiler verzichten.

Die Story von Weathering With You hat ein sehr gutes Pacing, dass die Spielzeit von 113 Minuten nur so dahinfliegen lässt.  Die Haupt- und Nebenhandlung der verschiedenen Charaktere greifen wie ein Uhrwerk ineinander. Es ensteht zu keiner Zeit eine Art ein Gefühl von Langeweile bzw. Momente, die man beispielsweise von Animes kennt (Fillerfolgen). Die Dramaturgiekurve ist fantastisch gehalten. Die Grundhandlung nimmt kontinuierlich Fahrt auf und bleibt bis zum Ende hin spannend. Die Nebenhandlungen der Nebencharaktere sind so minimal gehalten, dass man ein schönes Bild der Charakterentwicklung erhält. Inhaltlich erlebt der Zuschauer eine gute Mischung aus Teenager-Lovestory, Slice of Life, Fantasy und Erwachsen werden. Hierbei findet man auch viele Parallelen zu Your Name. Auf der Lovestory-Ebene fand ich persönlich Your Name deutlich stärker, das ist aber reine Geschmackssache.


 

Deutscher Trailer:


Charaktere

Die Charaktere in Weathering With You sind schön und vielseitig angelegt worden. So haben wir aus allen Alters- und Lebenslagen etwas dabei. Zum Beispiel den unerfahrenden Oberschüler Hodoka, den wir auf seiner Reise nach Tokio begleiten. Die junge Hina mit ihrem Bruder Nagi, die sich alleine durchs Leben schlagen. Die Magazinmitarbeiterin Natsumi, die die aufgeweckte und lustige junge Erwachsene mimt. Den Chefredakteur Keisuke, der den Part des wohlwollenden Erwachsenen übernimmt. Sogar die Katze „Tröpchen“ wurde gut als einordnender Charakter in die Geschichte integriert. Alle Charaktere tragen dazu bei, die Handlung voran zu treiben und die Hauptcharaktere auf ihrer Reise zu formen und zu leiten.

Die Charakterentwicklungen reichen von naiver kindlichen Art, die zum ersten mal die Liebe entdecken bis hin zu lebensverändernden Entscheidungen.

In Weathering With You werden deine Gefühle auf eine Achterbahnreise geschickt und man durchlebt wie schon bei Your Name das Bangen und Hoffen, dass am Ende alles gut ausgeht. Ich zu meinen Teil musste mich im Kino sehr zusammenreißen, um nicht das ein oder andere Tränchen zu vergießen (anders sah es bei meiner Freundin aus).

Auch die Humorebene kommt nicht zu kurz. So tragen ungewöhnliche Paarungen (bsp. Nagi und Hodoka) und klassische Situationen der Pubertät zu einem Humor bei, der für jede Altersgruppe geeignet ist. So können Kinder als auch Erwachsene bei dem Film gerne herzhaft lachen.


Animation

Die Animationen und Bildgestaltung ist gewaltig und hat mir als Teilaspekt dieser Review zusammen mit der Musik am besten gefallen. Die Bilder die geschaffen werden sprechen für sich und sind ganz großes Kino. Die Kontraste im Film sind unfassbar schön. So wird perfekt mit Regen/Sonne, Licht/Dunkelheit, Alten /Neuem und Freude/Trauer gespielt. Der Film ist klassisch in 2D Animationsstil gehalten, die nur nuanciert mit 3D CGI Elementen gespickt worden sind. Die Charaktere wurden liebevoll animiert und hauchen dem Geschehen Leben ein. Hintergründe und Landschaften wurden hochqualitativ inszeniert.

Deutsche Synchronisation und Ton

Synchronfirma: Scalamedia GmbH, Berlin

Dialogbuch und Regie: Matthias von Stegmann

Die deutsche Synchronisation kann sich wirklich sehen lassen und ist auch für „Die-Hard OmU Fans“ absolut sehenswert. Die Stimmen sind nicht zu „animelastig“ gehalten, sondern wirken wie eine echte Schauspielsynchro für Realfilme. Ich eins ums andere Mal begeistert, wie die Synchronsprecher dem Film die Seele einhauchen.

Die Musikalische Umsetzung….

Einfach wundervoll! Der Soundtrack zum Film wurde von der japanischen Band RADWIMPS beigesteuert. Die Songs passen sehr gut in den Film und sorgen für frischen Wind. So ist von orchestraler, pop/rockigen und humoristischen Sounduntermalung alles dabei. Am  faszinierendsten fand ich die Musiksequenzen die teilweise Rückwärts abgespielt wurden, diese hatten einen ganz besonderen Charme und ließen mir jedes mal eine kalten Schauer den Rücken runter laufen.

 


Fazit:

Ein absolut grandioses Kinoerlebnis. Ich kann nach wie vor nicht verstehen warum solch großen japanischen Filme nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Meiner Meinung nach steht er Your Name im nichts nach und ist als ganzes sogar noch bei weitem besser. Man kann sich schon sehr auf den Homerelease von Universum Film freuen!!!

 

© 2019 Weather Child Production Committee 

© Universum FIlm

 

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