Review: Yakuza – Like a Dragon – PlayStation 4 –

   Freitag, 11. Dezember 2020   ,
Yakuza: Like A Dragon_20201109173814

Nach Kiryu Kazumas großem Finale, ist natürlich noch lange nicht Schluss mit der Yakuza Reihe. Denn auch in diesem Jahr hat Ryu Ga Gotoku Studios ein neues Spiel für uns parat gehabt. Doch dieses Mal geht Yakuza völlig neue Wege und startet eine neue Geschichte!

Erschienen ist Yakuza – Like a Dragon am 10. November und stellt im Westen den offiziell achte Ableger der Reihe dar.  Natürlich gab es auch ein das ein oder andere Spin-Off, welche sich allerdings nicht wirklich mit der Story befassten. Dabei könnt ihr das Spiel für die PlayStation 4, Xbox One und den PC erwerben. Außerdem könnt ihr die Xbox One Version schon jetzt kostenlos auf die Series X version upgraden. Sony Fans müssen sich leider noch bis März nächsten Jahres gedulden. Wir durften bereits vorab in die PlayStation 4 Version einen ausführlichen Blick werfen. Wie sich ein Yakuza ohne den Drachen von Dojima anfühlt und warum der Titel ein echter Ausnahmetitel unter den JRPGs ist, verraten wir euch weiter unten!

Achtung! Diese Review enthält Spoiler zu Yakuza – Like a Dragon!


Story:

Yakuza: Like A Dragon_20201115153222

Titelbildschirm

Kamurocho – 31. Dezember 2000: Die Arakawa Familie, eine Abteilung des Tojo-Clans, steht vor einer großen Krise. Der Captain der Arakawa Familie hat während eines Streits den Captain einer rivalisierenden Familie erschossen. Masumi Arakawa, der Patriach der Arakawa Familie weiß, dass das Handeln seines Captains einer Meuterei gleicht. Um dem Ausschluss aus dem Tojo-Clans zu entrinnen, bittet er Ichiban Kasuga, einen aufstrebenden Anwärter um Hilfe. Ichiban soll sich anstelle des Captains als Täter stellen und für ihn die Haftstrafe antreten. Dies würde aber auch bedeuten, dass Ichiban für mindestens 15 Jahre ins Gefängnis muss. Doch das ist Ichiban egal, da er schon ewig auf eine Chance gewartet hat, um seine Loyalität und Dankbarkeit zu zeigen, weshalb er unter Tränen zustimmt. Am 1. Januar 2001 stellt sich Ichiban der Polizei und wird auf 15 Jahr Haft verurteilt. Doch wegen seines Zwischenfalls innerhalb der Haftanstalt, verlängert sich die Strafe um drei weitere Jahre.

2019 erlangt Ichiban endlich seine Freiheit zurück und freut sich schon auf den Empfang von Arakawa, welcher wie ein Vater für ihn ist. Doch als er das Tor passiert muss er feststellen, dass niemand seiner Familie auf ihn wartet. Trotzdem wird er bereits von jemanden erwartet: dem ehemaligen Polizisten Koichi Adachi. Dieser erzählt ihm, dass sich das Machtgefüge in Kamurocho während seiner Haft gewaltig geändert habe. Der Tojo-Clan existiert nicht mehr und die Omi-Allianz herrscht nun über Tokio. Dies will Ichiban aber nicht wahr haben und sucht seinen ehemaligen Patriarchen auf. Als er ihn findet, richtet der Patriarch seine Waffe auf Ichiban und drückt ab. Irgendwann erwacht Ichiban auf einem Müllberg in der Nähe eines Obdachlosenverstecks. Die Brust schmerzt, allerdings nicht nur durch den Verrats seines großen Idols. Ein Obdachloser namens Nanba hat ihn wieder zusammen geflickt und ihm offenbart, dass er sich in Ijincho Yokohama befindet. Wie kam Ichiban dort hin und warum hat sein Idol Arakawa auf ihn geschossen? Um die Antworten auf diese Fragen zu finden, wird Ichiban in einen Komplott verwickelt der nicht nur Yokohama, sondern auch Tokio ins Chaos stürzen könnte!

Wie schon in den vorherigen Yakuza Titeln, beginnt die Geschichte mit einem Mann, welcher alles für seine Familie tun würde. Es fühlt sich zwar im ersten Moment etwas komisch an, dieses Mal nicht in die Rolle von Kiryu Kazuma zu schlüpfen. Aber dieses beklemmende Gefühl verfliegt recht zügig, wenn man erst einmal den Charakter Ichiban Kasuga etwas näher kennenlernt. Er ist zwar charakterlich das komplette Gegenteil des Drachen von Dojima, was die Melancholie und Dramaturgie betrifft, dafür hat er dennoch viel mit Kiryu gemein. Er verfügt über ein sehr ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und will jedem helfen, wenn dieser diese Hilfe auch wirklich benötigt. Deswegen fragen wir uns ein wenig, warum Ichiban generell ein Yakuza war. Während unserer Spielzeit offenbarte sich uns eine sehr gut inszenierte Geschichte mit klassischen Yakuza Elemente, aber auch neuen Ansätzen, welche wir in zukünftigen Titeln gerne wieder begrüßen würden. Denn was das große Debüt von Ichiban Kasuga ausmacht ist der Drang, wortwörtlich alles durch den Kakao zu ziehen. Man könnte fast meinen, dass der Autor von Gin Tama, Hideaki Sorachi, eine beratende Funktion hatte. Dennoch besitzt die Geschichte eine Yakuza-typische ernste Komponente. Wir sind erneut in den Bann der Storyschreiber gesogen worden und hoffen auf ein baldiges wiedersehen von Ichiban und seiner durchgeknallten Gruppe. Der Drache von Dojima hat einen würdigen Nachfolger gefunden!


Gameplay:

Yakuza: Like A Dragon_20201102213436

Sujimon! Gotta beat’em All!

Wenn wir das Gameplay betrachten, bricht hier das Spiel komplett mit dem, was die Yakuza Reihe ausmachte. Dem Mix aus JRPG und Beat’em Up. Dies ist aber keinesfalls ein Grund zu sagen „Was soll das?“. Denn Yakuza – Like a Dragon übernimmt mit dem rundenbasierenden Kampfsystem etwas, dass die Entwickler bereits in Yakuza 6 zum Einsatz kam. Dieses Kampfsystem zwar auf einer recht simplen und alten Mechanik, macht aber genau deshalb dieses Yakuza zu etwas, was nicht seinen Vorgänger imitieren soll. Wie ihr euch durch die Welt bewegt und die Mini Spiele wurden natürlich beibehalten. Allerdings gibt es auch einige neue Spielinhalte, welche bekannte Spielemarken etwas durch den Kakao ziehen möchten. Für die Parodie, auf welcher das Hauptgameplay abzielt, musste eine sehr beliebte JRPG-Reihe herhalten, welches 2017 seinen elften Ableger erhielt.

Yakuza: Like A Dragon_20201207194428

Yakuza meets Dragon Quest

Damit meinen wir das Kampfsystem, welches recht simpel gestaltet ist. Jeder Charakter kann nach einer vorab festgelegten Reihenfolge eine beliebige Aktion durchführen. Der Kampf endet durch die Niederlage der Gegner oder durch die Kampfunfähigkeit von Ichiban. Dies ist ein Knackpunkt, welcher als sehr nervig empfunden werden kann. Da es kein „Continue“ oder „Begegnung erneut beginnen“ gibt, muss man hierbei sehr tief in das virtuelle Portmonee greifen. Denn bei jeder Niederlage wird der Kontostand halbiert. Deswegen empfiehlt es sich, sein hart erarbeitetes oder erkämpftes Geld immer wieder auf sein Konto einzuzahlen. Anfangs kann dies noch eine echte Zereißprobe sein, doch mit der Zeit hat man den dreh raus. Etwas, was uns leider sehr gestört hat ist, dass sich die Figuren willkürlich während des Kampfes bewegen. Besonders, wenn man einen flächendeckende Attacke plant, kann diese Willkür eine gute Strategie zunichte machen. Dennoch macht das Kampfsystem Laune.

Yakuza: Like A Dragon_20201207194629

Klassisches JRPG Menü

Kommen wir nun zu den für Yakuza klassischen Nebenaktivitäten. Diese umfassen wie immer Nebenquests, Arcades und verschiedene Glücks- und Sammelspiele. Aber dieses Mal kommen gleich vier neue Elemente hinzu, bei denen wir uns fragen, ob Ryu Ga Gotoku einfach zu sich gesagt hat „Wird das nicht zu viel? Ach, ****** drauf, wir machen es einfach!“. Denn neben der Hauptstory und den standartisierten Nebenaktivitäten habt ihr einen Wirtschaftssimulator, ein Rennspiel, welches sehr an das eines sehr berühmten Klemptners erinnert, ein Craftingsystem, eine App für Helden und die Möglichkeit sogenannte Sujimons zu erforschen . Letzteres ist eine Parodie auf ein beliebtes Handheld Spiel, welches bereits acht Generationen hinter sich hat. Wie schon im Wertungsbereich der Story erwähnt, könnte man meinen, dass dem Spiel die Seele von Gintama inne wohnt. Es ist ein wahres Fest, da man nie sagen kann „Okay..ich habe alles gesehen!“. Wir sind begeistert, was sich die Entwickler alles haben einfallen lassen, um einen würdigen Start eines neuen Protagonisten zu verwirklichen. Wir freuen uns auf mehr davon!


Grafik/Lokalisierung:

Ichiban Dragon Fish Tattoo

Ein Drachenfisch. Der richtige Drache steht einem anderen zu.

Grafisch hingegen folgt das neuste Yakuza den Fusstapfen von Judgement und Yakuza 6. Dies soll aber nicht bedeuten, dass euch ein Last-Gen Titel während der Wende auf die nächste Generation erwartet. Die hauseigene Dragon Engine macht wie immer eine sehr schöne Figur und lässt uns die Geschichte von Ichiban wieder sehr Nah am Fotorealismus erleben. Um die Leistung immer auf den Spielspaß auszulegen, wechselt das Spiel immer wieder zwischen sehr aufwendiger cinematischen Sequenzen zu einfachen Dialogen und Textpassagen. Auf den Straßen von Yokohama passierte es nur sehr sehr selten, dass die grafische Leistung etwas zurück stecken musste. Wie immer sehen wir eine sehr große Liebe zu den kleinen Szenen des alltäglichen Lebens und auch der fiktive Stadtteil Ijincho ist sehr detailliert und aufwendig entworfen worden. Wie sich die Leistung bei dem Upgrade auf die PlayStation 5 verändert, wird die Zukunft zeigen.

Neues Yakuza, neue Spieler. Zum ersten Mal in der Geschichte eines Yakuza Titels, kommen wir in den Genuss einer deutschen Lokalisierung. Diese bezieht sich zwar „nur“ auf Bildschirmtext und Menü, macht aber diese Reihe erstmalig für eine größere Zielgruppe zugänglich. Es gibt hier und da noch ein paar kleine Übersetzungsfehler, diese überliest man aber mit einem schmunzeln im Gesicht. Wir mussten lange auf eine deutsche Übersetzung warten, weshalb wir uns nur umso mehr freuen, einfach nur lesen zu können. Bei der Vertonung könnt ihr wie in der Vergangenheit bereits, zwischen japanischer oder englisher Synchronisation wählen.


Yakuza – Like a Dragon Launch Trailer:

 


Allgemeine Daten:

Packshot Yakuza 7Publisher: Koch Media

Entwickler: Ryu Ga Gotoku

Genre: JRPG

Plattform: PlayStation 4, Xbox One + Series X, PC (PlayStation 5 ab März 2021 verfügbar)

Spieldauer: mind. 50h

Sprache: Ton: Japanisch, Englisch; Text: Englisch, Deutsch

Erscheinungsdatum: 10. November 2020

USK: 18 Jahre

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.