Spiele Review: Yomawari: Night Alone

   Freitag, 11. November 2016  
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Yomawari: Night Alone ist ein Survival-Horror-Spiel, welches am 28.10.2016 in Deutschland für den PC und die PlayStation Vita erschien.
Das japanische Original kam bereits ein Jahr zuvor, am 29.10.2015, auf den Markt.

Entwickelt wurde das Spiel von Nippon Ichi Software und wurde in Europa vom Publisher NIS America herausgebracht.

Wir durften uns das Spiel für die PlayStation Vita anschauen und wie uns das gefallen hat, erfahrt ihr im nachfolgenden Beitrag.
Hinweis: Dieser Beitrag enthält abseits von der Inhaltsangabe keine Spoiler zur  Handlung des Spiels.

 



Handlung

Die Geschichte von Yomawari: Night Alone dreht sich um ein kleines Mädchen, welches abends mit seinem Hund, Poro, Gassi geht. Eigentlich sind die beiden schon wieder auf dem Heimweg als sich ein Unglück ereignet. Infolgedessen kehrt das Mädchen allein nach Hause zurück, nur noch die Leine des Hundes in der Hand haltend. Als sie dort ankommt wird sie von ihrer großen Schwester empfangen, die erstmal annimmt, dass der Hund weggelaufen ist. Kurzerhand begibt sie sich, nur mit einer Taschenlampe bewaffnet, alleine auf die Suche nach dem Hund. So vergeht die Zeit, doch egal wie lang das jüngere Mädchen wartet, ihre Schwester kehrt einfach nicht zurück.
Der Spieler schlüpft nun in die Rolle des zurückgebliebenen Mädchens und macht sich auf die Suche nach der verschollenen Schwester.

 

Um fair zu sein, muss man hierbei einfach festhalten, dass die Story nicht der stärkste Punkt von Yomawari: Night Alone ist.  Jemand geht verloren und wird von einer anderen Person gesucht, dabei stößt die suchende Person von Zeit zu Zeit auf Kleidungsstücke und andere Hinterlassenschaften des Vermissten, welche Hinweise darauf geben was passiert ist und wo sich die Person gerade befindet…
Dieses Grundprinzip hat wirklich jeder Fan des Horrorgenres schon mindestens einmal gesehen, weswegen die Geschichte einfach nicht mit Unkonventionalität oder besonderer Kreativität punkten kann.
Allerdings setzt Yomawari: Night Alone diese Grundidee keinesfalls schlechter um als etwaige Konkurrenten, deswegen macht das Spiel trotzdem Spaß, auch wenn man als eingefleischter Horrorfan vermutlich anfangs etwas die Stirn darüber runzelt, dass dieses alte Handlungsklischee erneut zum Einsatz kommt.


Gameplay

Sobald das Anfangsszenario in die Geschichte eingeführt hat, geht es auch gleich los. Man bekommt ein kleines Tutorial wie man seine Figur steuert und schon wird man losgeschickt, um die dunklen Gassen nach der verlorenen Schwester zu durchforsten.
Dabei ist die Steuerung sehr einfach gehalten: Mit den Pfeiltasten oder dem linken Joystick bewegt man sich in die entsprechende Richtung. Wenn man dabei rennen oder schleichen will, hält man zusätzlich zur Richtungstaste noch eine weitere festgelegte Taste (für’s Rennen z.B. die R-Taste) gedrückt.  Es sollte selbst für Anfänger wirklich kein Problem darstellen mit dieser Steuerung schnell vertraut zu werden. Die Figur bewegt sich in 99% der Fälle genau so wie man es gerne möchte und Verzögerungen oder ähnliches Ärgerliches gibt es nicht.

Wenn man diese Basics einstudiert hat, geht es auf große Reise durch die dunkle und unheimliche Stadt.
Im Spielmenü, welches man jederzeit durch Tastendruck (Start) aufrufen kann, gibt es eine grobe Anweisung was man zu tun hat bzw. wo man suchen sollte. Damit ist eine grobe Orientierung gegeben, die durch das Spiel führt.

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Gleich zu Beginn stolpert man über eine Taschenlampe, die von der Schwester fallen gelassen wurde. Auf Wunsch kann man diese mit Tastendruck ein- und ausschalten, was sehr wohl Vor- und Nachteile hat. Denn nur im Schein der Taschenlampe kann man die geisterhaften Wesen erkennen, die unserem kleinen Mädchen nach dem Leben trachten, sollte sie ihnen zu nahe kommen.

An jeder Ecke lauern andere Gefahren, die bei Berührung zu sofortigem Tod führen. Deswegen ist es wichtig diesen Gefahren auszuweichen, indem man sich z.B. in einem Busch versteckt oder schnell wegläuft. Dabei hilft der Herzschlag des Mädchens, der lauter und schneller wird, sobald sich etwas Böses nähert.

Dazu gibt es verschiedene Arten von Monstern, die man auf verschiedene Arten austricksen kann. So sind manche beispielsweise besonders langsam und können relativ leicht abgehängt werden, während andere nur ein sehr feines Gehör besitzen und somit nur auf den Spieler aufmerksam werden, wenn dieser nicht leise genug vorbei schleicht.
Für gewöhnlich lässt sich aber jedes Monster anfangs durch wegrennen recht gut umgehen, allerdings nur, wenn man dabei auf  die Ausdauer-Anzeige am unteren Bildschirmrand achtet. Ist die Anzeige leer, ist das Mädchen erschöpft und wird langsam, was sehr schnell zum Tod führen kann. Daher sollte man sich möglichst bald alternative Taktiken zum simplen Rennen aneignen.

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Ein weiterer wichtiger Punkt des Gameplays sind die überall in der Stadt verteilten Jizo-Statuen. Dort kann man gegen eine Spende beten und schnellspeichern oder man kann sich zu anderen, bereits besuchten, Statuen teleportieren lassen. Hiermit wurde sozusagen die Möglichkeit einer Schnellreise eingebaut, die wirklich sinnvoll ist. Stirbt man nämlich erst einmal, fängt man beim letzten Speicherpunkt an. Für gewöhnlich ist dies das zu Hause des Mädchens oder eine Jizo-Statue. Gerade im Falle des zu Hauses, kann man sich eine ganze Menge Zeit sparen, wenn man sich zum „Unglücksort“ zurückteleportieren kann und nicht erst wieder die komplette Stadt durchqueren muss.


Grafik

Betrachtet man die Grafik von Yomawari: Night Alone fallen wohl gleich mehrere Assoziationen ein.
Ich persönlich musste beim ersten Blick an eine Mischung aus Fran Bow, Tim Burton und japanischen Urban Legends denken.
Auf der einen Seite hat man die relativ simple und nahezu süße Darstellung der Umgebung und des kleinen Mädchens, auf der anderen Seite gibt es die Monster, deren Design von leicht unheimlich bis wirklich erschreckend variiert. Doch egal wie gruselig ein Monster aussieht, jedes hat ein ganz eigenes Design mit zahlreichen Details und einer gewissen Ästhetik.
Insofern man Gefallen an außergewöhnlichen und kreativen Charakterdesigns hat, wird man sich früher oder später dabei erwischen die Monster extra nah an sich herankommen zu lassen, nur damit man sie ein bisschen besser und länger betrachten kann. Das heißt zwar im Regelfall, dass man stirbt, aber das war es dann auch wert.

 

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Unheimlich vs. Niedlich: Ein stetiges Wechselspiel

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Es lässt sich also festhalten, dass die Grafik durchaus eine Stärke des Spiels ist. Jedoch stellt sie zu gleichen Teilen eine Schwäche dar, denn obwohl die Optik extrem interessant und teilweise mystisch wirkt, so ist sie meist eher faszinierend als gruselig. Das ist okay, wenn man ein Spiel hat, das nicht unbedingt darauf baut gruselig sein zu müssen;  bei Yomawari: Night Alone nimmt diese grothesk-schöne Grafik jedoch etwas den Gruselfaktor und ruft  stattdessen beim Spieler Faszination für die Umgebung hervor. Ob das jetzt gewollt war oder nicht, lässt sich nur spekulieren. Für mich ist die Grafik dennoch eher ein Pluspunkt, weil diese sich wirklich von anderen Horrorspielen abhebt und schlicht angenehm anzusehen ist.

 


Sound

Der Sound ist wie die Grafik ein großes Pro bei Yomawari: Night Alone.
An sich gibt es keine wirkliche musikalische Untermalung mit unheimlichen Melodien wie man dies von etwaigen anderen Spielen bereits gewohnt ist. Stattdessen setzt Yomawari: Night Alone auf Stille und die ganz eigenen Geräusche der Nacht.

So ist es totenstill bis auf die eigenen Schritte, die je nach Untergrund einen anderen Ton wiedergeben. Dazu gesellen sich Geräusche wie das Summen eines Getränkeautomaten oder nicht identifizierbares Rascheln. Das klingt nach wenig, ist aber weit mehr als ein durchgängiger Soundtrack hätte bewirken können. Durch die Stille und die unregelmäßigen Geräusche der Außenwelt, wirkt die ganze Stadt nämlich erst so richtig bedrohlich.

Geräusche, die nicht eindeutig zugeordnet werden können sind dabei schon gruselig, aber richtig schlimm wird es, wenn man über Gullideckel oder Abwassergitter läuft und die eigenen Schuhe ein wirklich lautes und nahezu schrilles „Tappen“ von sich geben.
Soundtracks einfügen, das kann wirklich jeder. Den Spieler dazu zu bringen sich vor seinen EIGENEN Schritten zu erschrecken, das nenne ich eine Leistung.

Und zu diesem Prinzip wird sogar noch eine Schippe drauf gelegt. So ertönt der Herzschlag des Mädchens, wenn ein Monster in der Nähe ist. Kommt das Monster näher, wird der Herzschlag lauter und schneller und selbst eine einfache Straße kann von jetzt auf gleich extrem bedrohlich wirken. Meist ist der Herzschlag allein viel schlimmer als wenn man das Monster sehen würde, da man so nahezu panisch mit der Taschenlampe in jede Richtung leuchtet und sich umschaut von woher die Bedrohung kommt.
Dieser Herzschlag addiert mit ein paar guten Kopfhörern und später Stunde, ist eine wahre Gruselgarantie.

Übrigens, wer einmal selbst reinhören möchte, kann sich folgenden Trailer anschauen, denn dort bekommt man schon mal einen gewissen Eindruck wie das hier beschriebene in der Praxis klingt.
Hinweis: Die Klaviermusik im Hintergrund, die man im Video hört, ist NICHT im Spiel selbst.


Allgemeine Daten

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Veröffentlichung:
Deutschland, 28.10.2016
Japan, 29.10.2015 (Original)

Entwickler: Nippon Ichi Software

Publisher:  NIS America

Genre: Horror,  Survival, Mystery

Spielzeit: ~ 4 Stunden

FSK: 12

Sprache: Englisch

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